"Der Standort Gent hat die höchsten Lohnkosten"

Die Direktion des derzeit durch einen Streik nicht produzierenden Stahlwerks von ArcelorMittal in Gent teilte mit, dass dieser Standort derzeit die höchsten Lohnkosten des gesamten Konzerns aufweise. Dies, so hieß es dazu weiter, beinhalte ein ständiges Risiko für die weitere Entwicklung des Standorts. Das Genter Management bedauert den Streik und die großen wirtschaftlichen Folgen davon.

Seit Mittwoch wird der Genter ArcelorMittal-Standort bestreikt. Der Arbeitskampf dreht sich um von der dortigen Direktion gewünschte Anpassungen des Tarifabkommens zu Vorruhestandsregelungen, Frührenten und Leistungsprämien. Inzwischen hat sich das Bundesarbeitsministerium als Schlichter eingeschaltet, doch vorerst beharren die Sozialpartner auf ihren Standpunkten, auch wenn das Management ein neues abgeschwächtes Konzeptpapier zur Abstimmung vorgelegt hat.

Doch jetzt läutet das Genter Arcelor-Management die Alarmglocken, denn der Arbeitskampf und der Streik hätten einen enormen Impakt auf den Standort: „Viele Bestellungen werden an andere Standorte von ArcelorMittal übertragen. Überdies schadet dieser Streik dem Ansehen des Standorts Gent bei den Kunden, in der öffentlichen Wahrnehmung und auch innerhalb der internationalen ArcelorMittal-Gruppe.“

Die Direktion führte auch an, dass am Standort Gent die höchsten Löhne und Lohnnebenkosten des gesamten Konzerns bezahlt werden müssten. Dies beinhalte eine ständige Gefahr für die weitere Entwicklung des Stahlwerks. Diese Kosten müssten permanent im Auge behalten werden, so Volvo in Gent. Die Gewerkschaften scheint das nicht zu beeindrucken. Sie warten auf ein Zeichen der Direktion und wollen vorerst nicht den ersten Schritt in Richtung einer Lösung machen.