Häfen: Duisburg profitiert vom Ausbau Antwerpens

Die Häfen von Antwerpen und Duisburg - der eine ist ein Seehafen und der andere ein Binnenhafen - arbeiten nicht erst seit gestern zusammen. In letzter Zeit wachsen die Umschlagszahlen in Antwerpen, vor allem im Bereich Container. Davon profitiert auch der Partnerhafen im Ruhrgebiet. Jetzt sollen die Verbindungen zwischen beiden Standorten beschleunigt werden. Den Anfang machte Antwerpen mit einem neuen Bahntunnel.

Der Umschlag von Waren und Gütern ist 2013 in Antwerpen, immerhin der drittgrößte Seehafen Europas, auf über 190 Mio. Tonnen angestiegen, ein Zuwachs um 3,6 %. Von den 21,2 Mio. Tonnen, die letztes Jahr über die Binnenwasserwege in beiden Richtungen zwischen Antwerpen und Deutschland hin und her transportiert wurden, gingen allein 3,1 Mio. Tonnen nach Duisburg oder kamen von dort in den Hafen der Scheldemetropole, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und verschiedene Medien in Flandern dazu schreiben.

Dies unterstreicht die Besonderheit der Partnerschaft zwischen beiden Häfen und diese Zusammenarbeit soll noch ausgebaut werden. Ziel ist, vor allem die Verbindung auf der Schiene und auf dem Wasser zu beschleunigen. Der Frachtverkehr auf der Straße soll hingegen dabei nicht weiter berücksichtigt werden.

Das bedeutet auch, dass mehr Güterzüge zwischen Antwerpen und Duisburg hin- und herfahren sollen: Containerzüge und auch Züge des so genannten „intermodalen Güterverkehrs“, sprich der Transport von LKW-Aufliegern per Bahn und nicht auf der Straße. Derzeit fahren täglich rund 10 Güterzüge zwischen der Schelde- und dem Rheinhafen hin und her. Da s sollen mehr werden und sie sollen schneller fahren.

AP2013

Doch der Antwerpener Hafen ist riesig und die Verbindung zwischen den einzelnen Güterbahnhöfen innerhalb des Hafens kosten Zeit - nicht zuletzt, weil immer wieder die Schelde im Weg ist. Doch ab Dezember nehmen Hafen und Bahn den Liefkenshoek-Bahntunnel (Foto oben) in Betrieb. Der sorgt dann dafür, dass rund 100 Güterzüge jeweils eine Dreiviertelstunde schneller unterwegs sein werden, auch auf dem Weg von und nach Duisburg.

Auch die Binnenschifffahrt wird aus Richtung Antwerpen ins Hinterland in absehbarer Zeit schneller verlaufen. Grund dafür ist die 2016 in Betrieb zu nehmende Riesenschleuse, die den Namen „Deurganckdokschleuse“ trägt. Diese sorgt dafür, dass der Umschlag von Waren und Gütern zwischen Seeschiffen und Binnenschiffen in Hafenteilstücken auf beiden Scheldeufern schneller bewerkstelligt werden kann. Damit werden auch die Fahrwege der Binnenschiffe kürzer und schneller. Auch dies kommt Duisburg wieder zugute.