Justiz rundet Dossier zu den Syrien-Kämpfern ab

Die belgische Justiz hat ihre Dossiers rund um die aus Belgien stammenden Syrienkämpfer und die radikal-islamische Bewegung Sharia4Belgium, die aktiv Kämpfer in Belgien rekrutierte, abgerundet. Die Ermittlungen richten sich gegen rund 50 Kämpfer, von denen allerdings einige mit Sicherheit bereits in Syrien gefallen sind.

Die beiden flämischen Regionalzeitungen Gazet Van Antwerpen und Het Belang Van Limburg meldeten am Freitag, dass die Justiz gegen rund 50 aus Belgien stammende Syrienkämpfer ermittelt, „tot oder lebendig“. Der Vorgang mag seltsam anmuten, doch offizielle Totenscheine von in Syrien gefallenen jungen Männern, die die belgische Staatsangehörigkeit tragen, liegen nicht vor und werden wohl auch nicht in absehbarer Zeit zu erwarten sein.

Aus diesem Grunde bleiben alle Personen, die in den entsprechenden Gerichtsakten auftauchen, vorerst ein Ziel der Ermittler. Berichte über Gefallene aus Belgien in den einschlägigen sozialen Netzwerken werden dabei nicht vorerst berücksichtigt. Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel muss noch viele Antworten zu ungeklärten Fragen finden, wie verschiedene Zeitungen in Belgien dazu schreiben.

Die Akte umfasst offenbar über 40.000 Seiten und sehr viel Material, dass bisher noch nicht von der Justiz in Belgien behandelt werden konnte, z.B. YouTube-Videos von Enthauptungen oder Exekutionen, an denen aus unserem Land stammende radikal-islamische Kämpfer beteiligt gewesen sein sollen.

Angeblich liegen der Justiz mindestens zwei solcher Videos vor, in denen Niederländisch oder Französisch mit typisch belgischem Lokalkolorit gesprochen wird. Gegen junge Frauen -Freundinnen oder Ehefrauen von belgischen Syrienkämpfern, die ihren Männern nach Syrien gefolgt sind, ermittelt die belgische Justiz nicht.