Minenräumdienst rückt deutlich mehr aus

Die Häufung der Anrufe beim Minenräumdienst in Poelkapelle geht möglicherweise auf die Explosion einer Granate aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Dabei waren am Mittwoch in Ypern zwei Arbeiter ums Leben gekommen. Zwei weitere wurden verletzt.

Die Experten des Minenräumkommandos gehen davon aus, dass den Menschen durch diesen Unfall erst bewusst geworden ist, wie gefährlich es ist, gefundene Munition aus den beiden Weltkriegen nicht zu melden.

Normalerweise werden pro Tag im Schnitt 15 Munitionsfunde gemeldet, inzwischen sind es zehnmal so viele. Noch viel zu oft werden solche Funde aber ignoriert, was potentiell immer gefährlich ist. Vor allem Granaten und Bomben aus dem ersten Weltkrieg werden immer explosiver, weil durch die Korrosion die Zünder immer sensibler auf Erschütterungen reagieren und so eine Explosion auslösen können.

Besonders häufig wird in letzter Zeit deutsche Giftgasmunition entdeckt. In Zonnebeke und Moorslede wurden in den letzten Tagen 770 7,7 cm-Artilleriegeschosse sichergestellt, die insgesamt fast 7 Tonnen wiegen. Um diese Granaten unschädlich zu machen, braucht der Minenräumdienst noch mindestens eine Woche.