Die Frage nach dem Kindergeld

Nach den Wahlen wollen die flämischen Parteien das Kindergeld reformieren. Mit der sechsten Staatsreform fällt das Kindergeld künftig unter flämische Befugnisse. Die flämischen Liberalen Open VLD wollen das heutige System umdrehen und dem ersten Kind den größten Beitrag geben. Die flämischen Sozialisten von der SP.A, die Christdemokraten von der CD&V und die flämischen Nationalisten von der N-VA fordern, dass für jedes Kind der gleiche Betrag ausgezahlt wird.

Die Idee der Open VLD kostet jedenfalls zusätzliches Geld, hat der VRT-Politikjournalist Ivan De Vadder ausgerechnet. Man muss unfgefähr 800 Millionen Euro pro Jahr hinzurechnen, wenn man das bestehende System umdrehen möchte und für das erste Kind mehr Geld ausbezahlen will als für alle weiteren Kinder einer Familie.

Wenn man für jedes Kind den gleichen Betrag auszahlt, ist das dann umsetzbar, wenn man bei rund 130 Euro pro Kind bleibt. Senkt man diesen Betrag, hat man einen Überschuss, erhöht man diesen Betrag, muss man das fehlende Geld ebenfalls  woanders suchen. Die N-VA will zum Beispiel 170 Euro pro Kind einplanen. Das kostet schnell 50 bis 60 Millionen Euro.

Das System, jedem Kind die gleiche Summe auszuzahlen, ist also das billigste System, aber für große Familien ist es von Nachteil. Die Sozialisten von der SP.A und vor allem die Grünen von Groen verlangen deshalb soziale Korrekturen.