Immer mehr flämische Krankenhäuser sind krank

Immer mehr flämische Krankenhäuser schreiben rote Zahlen. Das geht aus einer Umfrage von Zorgnet Vlaanderen, dem flämische Arbeitgeberverband im sozialen und Gesundheitssektor, hervor. 36 Krankenhäuser hatten an der Umfrage teilgenommen. Das sind etwa zwei Drittel der flämischen Allgemeinkrankenhäuser.

Vier von zehn Krankenhäusern in Flandern hatten 2013 finanzielle Schwierigkeiten. 2012 waren es noch 2 von zehn Krankenhäusern. Das ist eine Verdopplung innerhalb eines Jahres. Auch für das Jahr 2014 sieht es schlecht aus. Die Krankenhäuser geben an, dass die Maßnahmen, um  ausgeglichene Haushalte zu erzielen, langsam ausgeschöpft seien.

Der Hauptgrund für die Finanzkrise der Krankenhäuser seien die steigenden Kosten, vor allem beim Personal, heißt es in einem Pressebericht auf der Webseite von Zorgnet Vlaanderen. Die Personalkosten seien zwischen 2012 und 2014 um 5,2% aufgrund von allerlei Zugeständnissen durch die Regierung, gestiegen. Für die Finanzierung des Ganzen, habe sie jedoch nicht gesorgt. Die Krankenhäuser müssten deshalb tiefer in ihre Kassen greifen, aber irgendwann seien auch diese Reserven aufgebraucht.

Der Spitzenmanager Peter Degadt bezeichnet die Zahlen der Umfrage von Zorgnet Vlaanderen im VRT-Radio am Montag als dramatisch. Ihm zufolge sei das Finanzierungssystem der Krankenhäuser durch die Regierung total veraltet.

"Die Regierung spart derzeit an technischen Leistungen, aber unser gesamtes System basiert in der Tat darauf. Momentan sorgen die technischen Anlagen zwar für übermäßig viele medizinische Einsätze und Leistungen, auf der anderen Seite herrscht jedoch ein Unterangebot an Pflege, ein Mangel an guter Pflege. Wir haben einen Mehrjahresplan nötig, um unsere Richtung zu korrigieren."

Die Regierung gehe überhaupt nicht auf die Mängel ein, so Degadt noch. Es fehle ihr an politischem Mut. "Wir befinden uns in einer politisch toten Ära."

Pleiten seien zwar noch nicht zu befürchten, beruhigt Degadt. Die Mehrzahl der Krankenhäuser würde jedoch notgedrungen am Personal sparen. Auch würden Einsparungen in der Infrastruktur folgen, heißt es in dem Pressebericht von Zorgnet Vlaanderen. Und später würden auch höhere Beiträge vom Patienten verlangt.

Das Versprechen von Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx, dass die Einsparungen den Patienten nicht treffen würden, sei für die Katz'. Zorgnet Vlaanderen schlägt Alarm. Das Wasser stehe den Krankenhäusern bis zum Hals. Der Patient drohe zum Betrogenen zu werden. Der flämische Arbeitgeberverband im sozialen und Gesundheitssektor fordert deshalb eine gründliche Reform der Krankenhausfinanzierung. "Das neue Finanzierungssystem sollte Kooperationen fördern und nach Qualität streben."