Aus Briefkästen gestohlen, gefälscht und betrogen?

Schon wieder ist ein Verdacht aufgekommen, dass beim Unternehmen Bpost Rechnungen gestohlen wurden. Betrüger haben die Rechnungen dann offenbar gefälscht und mehrere Baufirmen um erhebliche Geldsummen erleichtert. Sie haben ausstehende Bezahlungen auf andere Konten überweisen lassen, so dass die Baufirmen ihr Geld gar nicht erst bekommen haben.

Ein Betrugsfall ereignete sich zum Beispiel in Affligem (Flämisch-Brabant).

Die Rechnungen, die Baufirmen versenden, wurden abgefangen und gefälscht. Dadurch überweisen die Kunden den Betrag auf ein verkehrtes Konto.

Die Baufirma R&S in Affligem hat so eine gefälschte Rechnung zum Beispiel zu Gesicht bekommen. "Ich habe direkt erkannt, dass es sich um eine gefälschte Rechnung handelt. Der Brieftyp war etwas matt, die Farben waren etwas matter als bei meinem Farbdrucker und ich habe auch direkt gesehen, dass eine ganz andere Kontonummer darauf stand, eine Nummer einer Bank, bei der ich gar keine Kundin bin", erklärt Kristien Van Schandevijl von der Baufima R&S.

Die Baufrimen wollen Anzeige gegen Bpost erheben, aber auch gegen Beobank, die Bank, an die die Rechnungen überwiesen wurden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Betrug mit Rechnungen erfolgt. Bpost hat deshalb eigens die Staatsanwaltschaft in den Fall eingeschaltet. Die soll Ermittlungen aufnehmen. Es sei schwer zu beweisen, dass Betrüger die Rechnungen aus Briefkästen in Brüssel stehlen, so der Sprecher des Unternehmens Bpost, Fred Lens.

"Wir sind hier eine Seite, die benachteiligt wird, auch was unser Image angeht, aber was noch wichtiger ist, ist dass der Weg eines Dokuments sehr lang ist und alles beginnt beim PC des Absenders. Danach muss gedruckt werden, das Ganze in Briefumschläge gesteckt und transportiert werden. Es gelangt dann häufig auch noch in unseren Kreislauf", betonte der Sprecher im VRT-Radio am Dienstag.