Flämische Bauherren stören französische Idylle

Der Küstenbadeort Bray-Dunes direkt hinter der Grenze bei De Panne klagt über die Bauwut einiger Bauunternehmer aus Flandern. Eine Bürgerinitiative wehrt sich mittlerweile dagegen, dass flämische Bauherren ihr idyllisches Küstendörfchen zubauen. Das „Kollektiv Bray-Dunes“ zählt schon rund 300 Mitglieder.

Noch ist Bray-Dunes, das kleine idyllische Küstendörfchen an der belgisch-französischen Grenze zwischen Dünkirchen und De Panne, nicht vom Massentourismus überschwemmt worden und dass soll auch so bleiben. Die Einwohner von Bray-Dunes sehen die Bauwut einiger Baupromotoren aus dem benachbarten Flandern in ihrer Gemeinde denn auch mit gemischten Gefühlen. Rund 300 Einwohner von Bray-Dunes haben sich jetzt in der Bürgerinitiative „Kollektiv Bray-Dunes“ vereinigt und versuchen die nächsten flämischen Bauprojekte zu verhindern, wie die flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad in ihren Dienstagsausgaben melden.

„Wir protestieren gegen die Betonierung unseres Dorfes. Der Tropfen, der den Eimer volllaufen lässt, ist der Bau eines 12 m hohen Wohnblocks an einer Stelle, an der bisher ein kleiner idyllischer Pfad zum Stand hin verläuft. Das wird alles zu groß und zu viel. Wir haben nichts gegen die Flamen an sich, aber es ist so, dass Flamen hinter allen Bauprojekten stehen“, sagte Virginie Michalski, die Sprecherin der Bürgerinitiative gegenüber Het Nieuwsblad.

Seit etwa vier Jahren haben flämische Projektentwickler ihr Auge auf die grenznahe nordfranzösische Opalküste fallen lassen. Warum ist das so? Die flämischen Bauunternehmen haben festgestellt, dass die Preise für Grundstücke auf der anderen Seite der belgisch-französischen Grenze zwei- bis dreimal günstiger liegen, als auf flämischer Seite.

Zudem, so das „Kollektiv Bray-Dunes“, ist in Flandern schon alles vollgebaut. Kein einziger Badeort dort ist hochhausfrei und auch das Hinterland ist vollgebaut und die Preise an der belgischen Nordseeküste steigen und steigen…

Alain Reqeier von der französischen Filiale des flämischen Projektentwicklers Twin Properties sagte, dass man sich an alle Bauvorschriften halte und das Bray-Dunes auf keinen Fall so aussehen werde, wie Blankenberge oder Ostende: „Aber wir wollen hier gründlich erneuern und es besteht eine Nachfrage. Zudem sieht uns der Bürgermeister hier gerne herkommen.“