"Was ich hier erlebte, vergesse ich nie"

Am Mittwochmorgen besuchte US-Präsident Barack Obama gemeinsam mit König Philippe und Premierminister Elio Di Rupo den Soldatenfriedhof von Waregem, wo auch einige Hundert amerikanische Soldaten, die während des Großen Kriegs in Flandern gefallen sind, ihre Gräber haben.

US-Präsident Barack Obama, König Philippe und Premier Di Rupo begaben sich zunächst zum Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Soldatenfriedhof Flanders Fields American Cemetary in Waregem. Zunächst hörten die die beiden Nationalhymnen, zuerst die belgische und danach die amerikanische, die eine, die eine US-Soldatin ohne musikalische Begleitung eindrucksvoll sang. Danach legten die drei hohen Besucher dort Kränze nieder.

Im Anschluss begaben sich der US-Präsident, der König und der Premierminister zu den verschiedenen Feldern, auf denen die insgesamt 368 Gräber der im Ersten Weltkrieg gefallenen amerikanischen Soldaten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.Sie begaben sich aber auch zu Gräbern von Soldaten anderer Nationen, zum Beispiel auch von Belgiern. Die Zeremonie fand im Rahmen des Gedenkens zum 100. Jahrestags des Ausbruch des Ersten Weltkriegs statt.

Nach diesen recht intimen Momenten für die drei Protagonisten richteten sie einige Worte an die Menschen draußen im Land. Zunächst würdigte König Philippe die amerikanischen Soldaten, die damals für die Freiheit Belgiens ihr Leben gelassen hatten. Philippe erinnerte aber auch an seinen Vorfahren, König Albert I., der im August 1914 das Ultimatum des deutschen Kaisers verwarf, bevor dieser seine Truppen im neutralen Belgien einmarschieren ließ. Dabei rief er dazu auf, stets die Integrität von Staaten und Völkern zu respektieren.

Premier Elio Di Rupo sagte danach, dass man hier in Waregem zusammengekommen sei, um den Millionen Soldaten zu gedenken, die in diesem Krieg ihr Leben ließen: „Sie haben immer einen Platz in den Herzen der Belgier und der Amerikaner.“ Di Rupo rief dazu auf, dass man endlich Lehren aus der Vergangenheit ziehen sollte, damit die jungen Menschen von heute auf Krieg und Gewalt verzichten.

Der belgische Premier rief in Erinnerung, dass die USA nicht nur im Ersten Weltkrieg nach Europa gekommen waren, sondern auch im Zweiten Weltkrieg, stets um die Demokratie und die Freiheit der Europäer zu verteidigen.

„Ich bin geehrt, hier sein zu dürfen.“, so Obama eingangs seiner Ansprache in Waregem. Der US-Präsident gab zu, beeindruckt von den jungen Männern aus seinem eigenen Land zu sein, die ihr Leben für die Freiheit Europas geopfert haben und nannte sie Helden – nicht nur die, die heute auf diesem Friedhof ruhen würden: "Was ich hier erlebt habe, werde ich nie vergessen." Er bedankte sich dafür, das Belgier und Amerikaner seither Schulter an Schulter gestanden haben, um die Freiheit zu wahren, später auch im Zweiten Weltkrieg und danach auch im Kalten Krieg.

Obama sagte, er habe gehofft, dass das Giftgas, das zum ersten Mal hier in Flandern eingesetzt wurde, aus der Geschichte verbannt sei, doch leider würden auch heute noch Menschen damit umgebracht. Am Ende las Obama zwei Gedichte über den Ersten Weltkrieg vor, "In Flanders Fields" des einem kanadischen Arztes John McCrai aus der damaligen Zeit und eines von einer amerikanischen Lehrerin, die noch 1918 darauf eine poetische Antwort verfasste. Zu guter Letzt nannte Präsident Obama Belgien "einen der besten Bundesgenossen Amerikas."