Erboste Schausteller blockierten Antwerpen

Am Freitagvormittag haben Dutzende erboste Schausteller mit ihren Fahrzeugen Autobahnauffahrten in Richtung Antwerpen und die Außenringe der Scheldestadt eine Zeit lang blockiert. Sie protestierten damit gegen ein Gerichtsurteil, dass die berühmte Stadtkirmes von Antwerpen, die so genannte „Sinksenfoor“, in Zukunft außerhalb des Zentrums stattfinden soll.

Anwohner des Platzes, auf dem die „Sinksenfoor“ seit Jahrzehnten stattfindet, hatten dagegen geklagt, dass diese Kirmes ihre Ruhe störe und dass ihre Immobilien dadurch an Wert verlieren würden. Die Kläger hatten juristisch Recht bekommen und in Zukunft soll die Antwerpener Stadtkirmes auf einem ehemaligen Bahngelände, den so genannten „Gedempte Zuiderdokken“, im Ortsteil Borgerhout durchgeführt werden.

Die Aktion, die gegen Mittag auch durch Zutun der Polizei und durch die Zusage von Bürgermeister Bart De Wever (N-VA), sich mit den Kirmesleuten treffen zu wollen, beendet. Die Kirmesleute hatten diese Aktion im Geheimen vorbereitet und damit die Scheldemetropole am frühen Mittwochmorgen völlig überrumpelt. Der Berufsverkehr staute sich bis in den späten Vormittag. Die Schausteller kündigten weitere Aktionen an, wenn man ihnen nicht entgegenkommen würde.

Politik, Stadtverwaltung und Mittelstand kritisierten den Vorgang und gaben an, es könne nicht sein, dass eine ganze Stadt in Geiselhaft genommen werde, nur weil ein bestimmter Berufsstand einen Prozess verloren habe. In der letzten Zeit bieten sich für die Jahrmark- und Kirmesbranche in Belgien immer weniger Möglichkeiten, Geld verdienen zu können.

Idee aus Binche

Der Verband des belgischen Jahrmarktgewerbes (VDBF) hatte eine solche Aktion nicht zum ersten Mal durchgeführt. Ende Februar blockierten rund 300 Kirmeswagen die Zufahrten nach Binche bei Charleroi in der Provinz Hennegau, nach dem die Stadtverwaltung beschlossen hatte, statt jährlich zwei Jahrmärkten nur noch eine organisieren zu wollen. Diese Blockade verlief hitziger, als die am Mittwoch in Antwerpen, weil erboste Schausteller dort versucht hatten, eine Polizeisperre zu stürmen.