Europa und die USA üben den Schulterschluss

Bei ihrem kurzen Treffen in Brüssel haben sich US-Präsident Barack Obama und die aus Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionspräsident José Manuel Barroso bestehende EU-Delegation in erster Linie mit aktuellen Themen beschäftigt: Die Krim-Krise, das gemeinsame Freihandelsabkommen und die NSA-Spionageaffäre.

Bei der Pressekonferenz vor rund 300 internationalen Journalisten im Justus-Lipsius-Gebäude am Brüsseler Schumannplatz war von der Eiszeit zwischen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten von Europa der letzten Zeit nicht viel zu spüren. Ganz im Gegenteil: Es wurde der Schulterschluss geübt.

Bei dem 75 Minuten langen Arbeitsessen sollte es in erster Linie um Themen, wie das geplante aber umstrittene Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, die internationale Klimapolitik oder die unrühmliche NSA-Spähaffäre gehen, doch letztendlich bemühte man sich beim ersten Besuch Obamas bei der Union in Brüssel um Einigkeit in Sachen russische Krim- und Ukrainepolitik.

"Russlands Besetzung der Krim ist eine Schande!"

Damit sollte dem russischen Präsidenten Vladimir Putin wohl klar gemacht werden, dass sich der Westen einmal mehr einig ist: Das transatlantische Bündnis hält zusammen, trotz der vielen kleinen „Problemchen“, die man seit knapp einem Jahr miteinander hat.

„Es ist schön, dass ich sie auf ihrem eigenen Boden treffe“, sagte Obama zu seinen Freunden in der Europäischen Union. Der US-Präsident bedankte sich bei Europa für die jahrelange Freundschaft und erinnerte daran, dass die Europäische Union aus der Achse von zwei Weltkriegen heraus entstanden sei: „Es besteht aus Respekt vor internationalem Recht, territorialer Integrität und Souveränität. Russland hat dies geschändet. Die EU und die USA sind sich in dieser Hinsicht einig.“ Einmal mehr drohte Obama Putin mit Sanktionen und rief eindringlich zu einer politischen Lösung auf.