Befehl: Die Brüsseler Tippelzone muss umziehen

Die Prostituierten vom Straßenstrich im so genannten Alhambra-Viertel im Norden des Brüsseler Stadtzentrums müssen ihre angestammten „Arbeitsplätze“ verlassen und in eine von der Stadt Brüssel ausgewiesene Zone außerhalb des Innenstadtrings umziehen. Bis Freitag müssen sie von ihrem alten Standort verschwunden sein.

Die Brüsseler Stadtverwaltung hat bereits im Oktober 2013 angeordnet, dass die Prostituierten auf den Straßenstrich im Alhambra-Viertel abends nach 22 Uhr in Richtung König Albert II.-Allee ausweichen müssen, doch diese Anordnung fand bis heute kein Gehör. Seit Jahren beschweren sich die Anwohner des Alhambra-Viertels am Königlichen Flämischen Schauspielhaus und an den Kais über Belästigungen und tagaus tagein entsprechende Lärmbelästigung.

Jetzt will Brüssels neuer Bürgermeister Yvan Mayeur (PS) Nägel mit Köpfen machen. Gemeinsam mit der Polizei, verschiedenen in Brüssel aktiven Vereinigungen, die sich um Prostituierte kümmern und mit dem Präventionsdienst BRAVVO beschloss er, die Tippelzone ein für alle Mal und für 24 Stunden am Tag dauerhaft in das Gebiet zwischen der Antwerpener-, der Baudouin- und der König Albert II.-Allee zu verlegen. Bis Freitag soll dies geschehen sein.

Die Prostituierten im Alhambra-Viertel sollen auf diesen Umzug vorbereitet werden und erhalten dazu eine Broschüre, die in insgesamt sieben Sprachen übersetzt wurde. Dieser Umzug ist Teil eines Gesamtplans, der sich mit der Prostitution in der belgischen Hauptstadt beschäftigt. Dieser Plan soll die Kriminalität um die Prostitution herum zurückdrängen, gegen entsprechende Belästigungen vorgehen und letztendlich auch die Prostituierten selbst besser schützen.

Die Frage ist, wie die Anwohner der neuen Tippelzone auf das Kommen der Frauen reagieren. Der neue Straßenstrich befindet sich so gerade noch im Bereich der Stadt Brüssel, liegt aber nicht im so genannten „Fünfeck“ innerhalb des Innenstadtrings.