Ein Viertel belgischer Firmen will raus aus China

Letztes Jahr haben belgische Unternhemen in China im Durchschnitt 20 Prozent Umsatzwachstum verbucht. Das schreibt die Zeitung De Tijd am Samstag. Trotzdem wandern viele Unternehmer wieder ab. Der Grund: Korruption, jährlich um 10 Prozent steigende Löhne und ein immer unerträglicher werdender Smog.
Zhou junxiang - ImaginechinaAssociated Press / Source : Imaginechina

Das chinesische Wachstumswunder sei für viele belgische Unternehmer kein Zukunftstraum mehr, erklärt Andries Verschelden vom Beratungunternehmen Moore Stephens, das eine Umfrage bei zwanzig belgischen Unternehmen druchführte.

"Die chinesische Wirtschaft ist in vollem Übergang: Von der Weltfabrik mit niedrigem Mehrwert und auf Export ausgerichtet zu einer stets größeren Dienstleistungswirtschaft für die neue Mittelschicht vor Ort."

Aus der Umfrage geht auch hervor, dass die Hälfte der Unternehmen seinen Umsatz um über 20 Prozent steigern konnte und dass ein immer größerer Anteil des Umsatzes dem chinesischen Markt zu verdanken sei. Unternehmen, die jedoch nicht in dieses Wirtschaftsübergangs-Bild passen, haben es schwer.

Ein Viertel der Unternehmen plant deshalb, seine Produktion wieder aus China auszulagern und sich in einem anderen Land niederzulassen. Doppelt so viele Unternehmen erwägen eine Verlagerung ihres Produktionsstandortes nach Vietnam, auf die Philippinen oder nach Myanmar.

Als Gründe geben sie die steigenden Löhne in China, strengere Umweltvorschriften und eine anhaltende Korruption an. Außer einem Scheitern von Wirtschaftsreformen spiele auch die schlechte Lebensqualität eine Rolle. 60 Prozent, also drei Mal mehr Unternehmen als im letzten Jahr, gibt an, die Luftverschmutzung bei einer neuen Standortauswahl auf jeden Fall in Betracht zu ziehen.