Ermittlungen im Fall der verschwundenen Bildtafel

Die Staatsanwaltschaft in Gent führt gerichtliche Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Verschwinden der "Gerechten Richter", also der gestohlenen Bildtafel vom "Lamm Gottes", dem weltberühmten Altarbild der Gebrüder Van Eyck, durch. Das hat die Staatsanwaltschaft bestätigt.

Nach dem verschwundenen Teil des Lamm Gottes wird schon seit 80 Jahren gesucht. Der Historiker der Königlichen Bibliothek und Brüsseler Parlamentsabgeordnete Paul De Ridder (N-VA) hat unserem Sender gegenüber bezeugt, dass sich die Bildtafel schon seit Jahren im Besitz einer bekannten Genter Familie befinde.

De Ridder hat seine Information wiederum von dem Verfassungsrechtsexperten Robert Senelle.

Schon vor einem halben Jahr ist De Ridder mit den Informationen zur Genter Justiz gegangen und die führt nun auch Ermittlungen in dem Fall durch.

Die Sprecherin der Genter Staatsanwaltschaft, Annemie Serlippens (kleines Foto), betonte am Samstag im VRT-Radio: "Wir haben die neuen Hinweise vollständig ausgewertet und sind der Meinung, dass diese ausreichen, um Ermittlungen einzuleiten. Vorerst lautet der Vorwurf Hehlerei. Ziel ist, die Bildtafel und die Wahrheit hinter der ganzen Geschichte zu suchen."

Verschiedene Familienmitglieder besagter Genter Familie sind inzwischen verhört worden, aber es wurde keine Anzeige erstattet und es gibt auch keine konkreten Hinweise darauf, wo sich die Bildtafel genau befindet. Auch haben noch keine Hausdurchsuchungen statt gefunden.

Das Wichtigste für die Staatsanwaltschaft sei derzeit, dass die Bildtafel wiedergefunden werde, so Serlippens noch. Es handele sich um ein äußerst wichtiges Erbgut. "Danach müssen wir sehen, wie sich die Wege kreuzen und durch welche Hände die Bildtafel ging. Das müssen dann die Ermittlungen ergeben."