Lehre statt klassischen Unterricht?

Rund dreißig Unternehmen luden am Samstag Interessierte ein, sich bei ihnen umzusehen. Junge Leute, die lieber einen Handwerksberuf erlernen als die Schulbank zu drücken, konnten sich am Samstag am "OpenLeertijdDag" in flämischen Unternehmen informieren. Der flämische Arbeitsminister Philippe Muyters (N-VA) schaute sich in einer Radreparaturwerkstatt in Antwerpen um. Dort gab ihm ein Auszubildender Tipps für den Unterhalt seines Rennrades.

Jonas Van De Wouwer (16) hatte keine Lust mehr auf Schule und suchte sich eine Lehre. "Ich würde gerne ein eigenes Fahrradgeschäft aufmachen und in einem Betrieb lerne ich mehr darüber als in Büchern."

Vier Tage pro Woche lernt er jetzt die Feinheiten des Fachs in der Fahrradwerkstatt kennen und einen Tag in der Woche geht er in die Berufsschule. Auch in den anderen flämischen Provinzen haben Betriebe, die junge Leute ausbilden, am Tag der offenen Tür teilgenommen. So konnten Jugendliche, die mit dem Gedanken spielen, eine Lehre zu machen, nach den Erfahrungen der dortigen Auszubildenden fragen.

Das System des Arbeitens und Lernens (ähnlich dem dualen System in Deutschland) ist eine vollwertige Alternative zum bestehenden klassischen Unterrichtssystem. Es kann Jugendlichen außerdem auf dem Arbeitsmarkt helfen.

"Jugendliche, die einen Beruf über das 'Arbeiten und Lernen' erlernt haben, haben schon Berufserfahrung, beenden die Lehre mit einem Diplom, sind motiviert und damit bei Arbeitgebern gerne gesehen", so Minister Muyters.

"Man kann zwischen mehr als 200 Fachausbildungen wählen und diese sind die Antwort auf das, was die Unternehmen nötig haben. Deshalb können die jungen Leute auch schneller einen Job finden, der zu ihnen passt."