Gent: anstatt Bußgeld für Kinder Mahnbrief

Ein Kind, das in Gent einen Verstoß begeht, der mit einer Ordnungsstrafe geahndet werden kann, erhält einen Mahnbrief vom Bürgermeister. Die Stadt weigert sich, gegen 12- bis 14-Jährige eine Geldstrafe zu verhängen und hofft, dass ein Mahnbrief genügt - so die Zeitungen De Morgen und Het Nieuwsblad am Mittwoch.

Bürgermeister Daniël Termont (SP.A) erkennt den paternalistischen Ansatz der Behörden an, sieht aber keine andere Lösung.

Die Kommunalbehörden haben das Recht, das Mindestalter für die Verhängung von Ordnungsstrafen auf 12 bis 14 Jahre herabzusetzen. Die ostflämische Provinzhauptstadt Gent lehnt eine Verschärfung der Altersgrenze für Ordnungsstrafen für 12- bis 14-Jahrige ab.

Wer ein zweites Mal vor seinem 16. Lebensjahr beispielsweise wegen öffentlichen Urinierens oder Lärmbelästigung eine Ordnungsstrafe bekommt, muss einem Inspektor der Jugendfürsorge Rechenschaft geben.

Die alternative Sanktionsmaßnahme soll noch vor den Sommerferien verabschiedet werden.

Kommission für Kinderrechte befürchtet Willkür

Der Kommissar für Kinderrechte, Bruno Vanobbergen, hat bereits kritisch auf den Vorschlag der Genter Behörden reagiert: Einen Mahnbrief senden sei, neben dem Jugendgericht und der Ordnungstrafe, ein dritter und neuer Weg, Jugendliche zu strafen, der außerdem sehr undeutlich sei.