Staatsminister Jos Chabert gestorben

Staatsminister Jos Chabert ist gestorben. Das hat seine Partei, die flämischen Christdemokraten CD&V, am Donnerstag gemeldet.
BELGA/VERGULT

Chabert war verschiedene Male Minister in den 70er Jahren, unter anderem für Kultur, Verkehr und öffentliche Auträge. Ende der 80er Jahre wurde er Minister in der Brüsseler Regierung und das blieb er 15 Jahre lang.

Jos Chabert war Anwalt, aber unter dem Einfluss seines Vaters wagte er bereits schnell den Schritt in die Politik. Mitter der 60er Jahre wurde er Stadtbeirat in Meise, drei Jahre später Kammerabgeordneter für die damals noch vereinten Christdemokraten von Paul Vanden Boeynants.

1973 schloss Chabert sich der Regierung Leburton an, erst als Minister der niederländischsprachigen Kultur, aber er wurde vor allem als Verkehrsminister bekannt - ein Ressort, das er sechs Jahre inne haben sollte. Er führte unter anderem die Anschnallpflicht, eine Alkoholgrenze von 0.8 Promille und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen von 120 Stundenkilometern ein. Diese Maßnahmen waren damals alles andere als beliebt.

"Die Menschen sagten, Du wirst keine einzige Stimme mehr bekommen... die Jugend, die Bauherren etc. werden sauer auf Dich sein ... Es war die größte Stimmenzahl, die ich je geholt habe", so Chabert einst in den Medien.

Später war er in der Regierung Martens und Eyskens auch noch Minister für öffentliche Aufträge und institutionelle Reformen. Ab 1989 war Jos Chabert 15 Jahre lang Minister in der Brüsseler Regierung, zunächst als Haushalts- und Wirtschaftsminister. In den letzten 5 Jahren bekam er das Ressort öffentliche Arbeiten und Verkehr in Brüssel.

Insgesamt hatte Jos Chabert 40 Jahre lang einen Sitz in einem der belgischen Parlamente.

Erst 2009 wurde die politische Laufbahn Chaberts beendet, als er nicht mehr wiedergewählt wurde.

Jos Chabert starb im Alter von 81 Jahren.

"Ein Brückenbauer"

Der ehemalige CD&V-Vizepremier Steven Vanackere hat in den 90er Jahren im Kabinett von Chabert gearbeitet, als dieser Brüsseler Minister war. Vanackere erinnert sich an Chabert als ein Brückenbauer in der Hauptstadt.

"Er hatte eine Leidenschaft für Toleranz und konnte die Menschen zusammenbringen. Sprachen sind dazu da, um die Menschen zu vereinen und nicht, um sie zu trennen, sagte er. Er suchte immer nach Möglichkeiten, um die Menschen zur Zusammenarbeit zu bewegen. Er war ein Brückenbauer."

Selbst war der verstorbene Staatsminister jedoch vor allem stolz auf seine Verkehrspolitik in den 70er Jahren.