Brüsseler Kleinkinder sollen auf Diät

Rund 90 Kinderkrippen in Brüssel wollen die Essgewohnheiten von Babys und Kleinkindern strenger kontrollieren. Die Zeitung ‚Het Laatste Nieuws‘ spricht sogar von Diät. Begründung: Jedes fünfte Kind in Belgien hat Übergewicht. Der Grundstein dafür wird schon im Kleinkindalter gelegt, sagen Ernährungswissenschaftler.

Weniger Fett, mehr Sport. Was für Erwachsene gut ist, ist es offenbar auch für Kleinkinder. Babys auf Diät setzen erscheint vielleicht übertrieben, ist aber unbedingt nötig – sagen Ernährungsexperten des belgischen Gesundheitsministeriums. Sie begleiten das Pilotprojekt in 90 Brüsseler Kinderkrippen.

Die meisten Babys seien zwar nicht zu dick – aber Kleinkinder, die man falsch ernährt, weisen ein großes Risiko auf, später an Übergewicht zu leiden. Das Problem entstehe vor allem ab dem ersten Lebensjahr: Kinder würden zu oft mit Keksen und Süßigkeiten „verwöhnt“. Deswegen gilt ab jetzt ein strenger Speiseplan. Kleinkinder erhalten beispielsweise kein Weißbrot mehr, sondern nur noch Vollkorn. Und es wird genau auf die Menge geachtet.

Außerdem sollen sich die Kleinkinder mehr bewegen – bis zu drei Stunden am Tag. Der Bewegungstrieb wird selbst bei kleinen Babys gefördert, in dem man Arme und Beine der Säuglinge bewegt.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Zeigt es Erfolge, wollen auch andere Kinderkrippen in Flandern sich hieran beteiligen.