König Philippe adelt Prominente

Belgiens König Philippe hat führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, Kultur und Justiz in den Adelsstand erhoben. Darunter ist auch der deutschsprachige Belgier Serge Brammertz, der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien von Den Haag.

Zu den Geehrten gehören der Manager des Jahres 2013, Marc Du Bois, der Chef der Spadel-Gruppe, Johan Swinnen, der frühere belgische Botschafter in Kigali und Kinshasa und der Electrabel-Manager Jean-Pierre Hanssen.

Ausgezeichnet wurden auch der Löwener Kinderpsychiater Peter Adriaenssens, der Löwener Genetikprofessor Jean-Jacques Cassiman, die Frauenrechtlerin Jenny Vanlerberghe von der Organisation „Mütter für den Frieden“, der marokkanisch-stämmige Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui und der umstrittene Geschäftsmann Georges Forrest.

Paul Buysse (Foto, links), seit 2000 Vorstandsvorsitzender des westflämischen Stahldrahtherstellers Bekaert war schon Baron. Er darf sich in Zukunft Graf nennen. Buysse blickt auf eine lange internationale Managementkarriere, unter anderem bei Ford und in Großbritannien zurück.

Herman Daems wurde zum Baron ernannt. Er war Spitzenmanager der flämischen Investmentgesellschaft Gimv und ist seit 2009 Vorstandsvorsitzender der Allfinanzgruppe BNP Paribas Fortis. Nach der Schließung des Ford-Werks im limburgischen Genk erhielt er den Auftrag, einen Masterplan für die industrielle Rekonversion der Provinz Limburg zu schreiben.

Auch Serge Brammertz ist jetzt Baron

Der aus Eupen, der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, stammende Jurist Serge Brammertz (Foto) wurde vom König in den Adelsstand erhoben. Grund sind seine Verdienste als Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien von Den Haag.

Begonnen hatte er seine Karriere zunächst als Rechtsanwalt in und war dann ab 1989 Staatsanwalt am Gericht Erster Instanz in Eupen. 1997 wurde er durch den belgischen Justizminister zum Nationalmagistraten (Bundesstaatsanwalt) ernannt. 2003 wurde er als Stellvertretender Ankläger zum Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag berufen, wo er vorrangig mit Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen in Uganda, Darfur und der Demokratischen Republik Kongo befasst war.

2006 wurde er von Kofi Annan als UN-Sonderbeauftragter mit den Ermittlungen zum Attentat auf den Fahrzeugkonvoi des libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri beauftragt

Brammertz trat zum 1. Januar 2008 als Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag für vier Jahre die Nachfolge von Carla Del Ponte an. Damit ist er unter anderem für die Anklage gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić zuständig.

2007 hatte Brammertz bereits den Ehrentitel Großoffizier des Kronordens erhalten.