Brüssels Expats fühlen sich unsicher auf dem Rad

Nur rund 25 % der in der belgischen Hauptstadt Brüssel lebenden Expats fühlen sich sicher, wenn sie sich hier mit dem Fahrrad in den Straßenverkehr begeben. Für 80 % der zu diesem Thema befragten Auslands-Radler lässt die Qualität der hiesigen Radwege zu wünschen übrig.

Kwinten Lambrecht, Brüsseler Einwohner und militanter Radfahrer, befragte rund 200 Expats, die in der belgischen Hauptstadt leben und arbeiten, über Twitter und Facebook zu ihren Erfahrungen auf den hiesigen Fahrradwegen.

Lambrecht, der im Bereich Kommunikation bei der EU-Kommission tätig ist, stellte fest, dass sich die Einwanderer und die Expats - von denen nicht wenige stets oder zumindest öfter mit dem Rad unterwegs sind - in Brüssel kaum oder gar nicht an den Debatten zur Mobilität und zur Radwege-Förderung beteiligen und wollte wissen, was diese darüber - nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Europa- und Parlaments- und Regionalwahlen (in Belgien) am 25. Mai - denken.

Lambrecht gab bei der Veröffentlichung der Resultate seiner Befragung an, dass dies nicht auf wissenschaftlicher Basis fuße, „doch sie zeigt, dass die Situation für die Radfahrer nach Ansicht der Expats ein Desaster ist.“ Nur ein Ergebnis sei zufriedenstellend: 65 % der Befragten gab an, dass sie zufrieden mit dem Brüsseler Mietrad-System Villo! sind.

Konkrete Antworten

Die Vorschläge und Antworten der Befragten sind unterschiedlich: 162 der 202 Beteiligten fordern mehr Radwege in Brüssel, 140 wollen mehr autofreie Zonen in der Hauptstadt, 81 können sich eine Verkehrssteuer für Autos zur Finanzierung der Radinfrastruktur vorstellen und 42 von ihnen befürworten eine Steuerbefreiung von Rad fahrenden Verkehrsteilnehmern in Brüssel.