Flandern bedroht Couchsurfing mit Bußgeld

Die flämische Landesregierung begibt sich aktiv auf die Suche nach Personen, die Touristen in ihrer Wohnung ein Zimmer oder eine Übernachtung anbieten. Wer in Zukunft über spezialisierte Webseiten Kunden anwirbt, erhält von den Behörden ein Schreiben, das auf bestimmte Verpflichtungen hinweist. Wer nicht darauf reagiert und weitermacht, kann bestraft werden.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Gazet Van Antwerpen werden Verstöße gegen das Regelwerk für das Hotelgewerbe mit Bußgeldern von bis zu 250 € geahndet.

Auch in Flandern sind Webseiten, wie airbnb.be oder couchsurfing.org sehr populär. Über solche Internetseiten bieten Privatleute Touristen gegen einen kleinen Obolus Übernachtungsmöglichkeiten an, doch dies ist nicht im Sinne der Hotel- oder Bed&Breakfast-Branche in Flandern. Die flämische Landesbehörde Internationaal Vlaanderen, die verantwortlich für die Kontrolle der touristischen Logiermöglichkeiten ist, gibt an, dass jeder, der Touristen bedient und darüber öffentlich kommuniziert, verpflichtet ist, sich bei den Behörden anzumelden und eine entsprechende Zulassung vorweisen zu können.

Vermieter von touristischen Übernachtungsmöglichkeiten in Flandern müssen bestimmte Brandschutzregeln einhalten, wie z.B. Feuerlöscher anbringen und ständig leuchtende Wegweiser zu Notausgängen. Und auch einige Hygieneregeln müssen eingehalten werden, wie z.B. gesonderte Toiletten für fremde Gäste.

Diese Regeln gelten aber nur, wie Internationaal Vlaanderen mit Nachdruck angibt, für die Übernachtung von Fremden. Wer Freunden ein Dach über dem Kopf bietet, ist davon nicht betroffen.

SP.A-Ministerin gegen Regelwut der Mehrheit

Flanderns Landesmedienministerin Ingrid Lieten (SP.A) ist mit der Kontrolle der couchsurfing-Anbieter durch die Tourismusbehörde nicht einverstanden und wirft ihrem Regierungskollegen, Tourismusminister Geert Bourgeois (N-VA) vor, er mache eine phantastische Möglichkeit kaputt, über die Menschen mit wenig Geld günstig Urlaub machen können.

Von Verpflichtungen in Sachen Brandschutz oder ähnlichem für Privatleute, die über das Internet Touristen Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, will sie nichts wissen und plant, Minister Bourgeois zur Rede zu stellen.