Zirkusse fordern Ende des Wildtier-Halteverbots

Die European Circus Assotiation (ECA) hat allen Abgeordneten des belgischen Bundesparlaments einen offenen Brief geschickt, in dem sie das seit Ende 2013 in unserem Land geltende Verbot für Zirkusse, wilde Tiere zu halten, kritisiert. Der Verband bedauert, dass es vor dem Erlass der Regelung keine Rücksprache mit dem Sektor gab.

„Das Wohlergehen der Tiere ist unsere Priorität!“ So steht in einem offenen Brief geschrieben, den der europäische Dachverband der Zirkusse allen belgischen Parlamentsabgeordneten zukommen ließ. Seit Dezember 2013 gilt in Belgien ein Verbot für die Haltung von wilden Tieren in Zirkussen, doch diese werfen der Politik vor, niemals darüber mit ihnen gesprochen zu haben.

Am Ostersamstag ist Welttag des Zirkus und dies nehmen die Zirkusleute zum Anlass, gegen das belgische Gesetz zu protestieren. Die Zirkusse stellen sich in ihrem Brief als Tierschützer dar und sagen „dass die Eigenheit der Tiere voransteht und zu allen Zeiten respektiert wurde.“

Zirkustiere würden länger leben, als ihre Artgenossen in freier Wildbahn und am Ende ihres Lebens würden sie nicht getötet sondern könnten ihren Lebensabend in weiträumigen Geländen verbringen.

„Registrierung, Versorgung, Hygiene, gesunde Fütterung, großzügige Aufenthaltsorte und Schlafstellen, Bewegungsfreiräume, tierärztliche Aufsicht, angepasste Transporte, Entspannung und Ruhezeiten sind Stück für Stück Begriffe, mit denen wir nicht leichtsinnig umspringen“, heißt es weiter dazu. Und Christian Nolens, der Sprecher des Zirkusverbandes kritisiert, dass „Piraten“ und seriöse Zirkusse über einen Kamm geschoren würden.

Nolens und die European Circus Assotiation fordern die Politik in Belgien im Zuge der Staatsreform auf - Tierschutz wird bald Ländersache - die Thematik noch einmal zu überdenken, „sonst drohen eine Tradition und ein Kulturerbe verloren zu gehen. Der Brief muss eine Einladung sein, um das Thema in aller Serenität noch einmal zu besprechen.“