Lanxess in Zwijndrecht wegen Streik geschlossen?

Der Sozialkonflikt bei Lanxess im flämischen Zwijndrecht dauert nun schon fast zwei Monate an, doch weder die Gewerkschaften, noch die Direktion des Standortes sind dazu bereit, einen Fingerbreit an Zugeständnis zu machen. Jetzt droht die Konzernleitung in Köln damit, den Standort zu schließen.

Ausgerechnet an Karfreitag kam die Meldung der Lanxess-Konzernleitung aus Köln, dass man den Standort in Zwijndrecht in der Provinz Antwerpen schließen wolle, wenn der Streik, der seit ziemlich genau sieben Wochen andauert, nicht beendet wird und wenn sich Gewerkschaften und Direktion nicht schnellstens auf eine Lösung im dort herrschenden Tarifstreit einigen können.

Diese Ankündigung aus Köln könnte den Konflikt allerdings aus dem Ruder laufen lassen. Die Gewerkschaften gehen von einem Bluff aus, doch die Direktion in Zwijndrecht reagiert mit der Bemerkung, dass sich die Arbeitnehmerverbände da mal nicht täuschen sollten. Auch wenn der Standort Zwijndrecht hohe Profite abwerfe, könne hier dicht gemacht werden und die Produktion könne man auch an andere Standorte verlegen.

Das Chemieunternehmen Lanxess will gleich zwei Pilotanlagen in Zwijndrecht bei Antwerpen schließen. Dadurch verlieren bis zu 60 Mitarbeiter ihre Stellen. Der Streit eskalierte im Zuge der Verhandlungen zu einem Sozialplan für die zu entlassenden Mitarbeiter und wurde auf den gesamten Tarifabschluss ausgeweitet.

Vor zwei Jahren wurden diese Anlagen zur Entwicklung von Buthyl-Lithium-Gummi aufgebaut, ein Material, dass zur Herstellung von neuen und umweltfreundlichen Autoreifen genutzt werden soll. Lanxess sieht die Entwicklungsphase als erfolgreich abgeschlossen an und braucht die beiden Anlagen nicht mehr. Die Lanxess AG mit Sitz in Köln entstand im Jahr 2004 aus der Ausgliederung einiger spezieller Chemiebereiche aus dem Bayer-Konzern.

Dramatischer Aufruf verhallt ins Nichts

Inzwischen haben arbeitswillige Arbeiter und Angestellt des Standorts Direktion und Gewerkschaften in einem offenen Brief dazu aufgerufen, sich zu einigen, denn man wolle schließlich seinen Job behalten und schließlich sei der Standort Lanxess in Zwijndrecht hochprofitabel. Doch der Brief fand kaum Gehör, wie immer deutlicher wird.