Minister Bourgeois lässt Couchsurfer in Ruhe

Flanderns Landestourismusminister Geert Bourgeois (N-VA - Foto) rudert in der Diskussion über Bußgelder für Privatpersonen, die Touristen über Couchsurf-Systeme via Internet anwerben, ein wenig zurück. Aus seinem Ministerium verlautete, dass Couchsurfing nicht unter das flämische Logierdekret fällt, wenn es nicht auf kommerzieller Basis betrieben wird.

Am Karfreitag sorgte die Meldung, dass die flämische Tourismusbehörde Privatpersonen, die über Internetseiten, wie airbnb.be oder couchsurfing.com Touristen für einen kleinen Obolus Übernachtungen anbieten, mit Bußgeldern belegt werden können. Zudem müssten ihre Einrichtungen Brandschutz- und Hygieneregeln unterworfen sein. Doch dieser Vorgang wurde sofort hart kritisiert und gelangt, wohl durch die baldigen Wahlen, auch schnell auf dem politischen Parkett.

Tourismusminister Bourgeois wurde vorgeworfen, er betreibe ein zu eifriges Reglementieren und es sei so, dass man in Flandern nichts mehr dürfe, was nicht von „oben“ zugelassen sei. Aus dem Kabinett des Ministers verlautete jetzt, dass man lediglich ein in der letzten Regierungsperiode einstimmig verabschiedetes Dekret über das anbieten von touristischen Dienstleistungen umsetzen wolle, ein Dekret, dem auch Bourgeois-Kritikerin Ingrid Lieten (SP.A) - Medienministerin der flämischen Landesregierung - zugestimmt habe.

Couchsurfing sei damals dabei kein Thema gewesen, da sich der Trend vor fünf Jahren bei einem breiten Publikum noch nicht durchgesetzt hatte. Aber, so das Kabinett Bourgeois, diese Sache falle auch gar nicht unter das entsprechende Dekret, zumindest solange nicht, wie sie nicht kommerziell betrieben werde und solange keine Bezahlung stattfinde. Das touristische Logisdekret des belgischen Bundeslandes Flandern richte sich lediglich an Angebote am touristischen Markt.