Erste Hinweise nach Dreifachmord in Visé

Die Polizei tappte nach dem Dreifachmord von Visé bei Lüttich, bei dem am Donnertagabend ein 10jähriges Kind und zwei Erwachsene mit Schüssen niedergemäht wurden, zunächst im Dunkeln. Der Mörder hinterließ keine Spuren und über die Motive, die zu dieser Tat führten, wird spekuliert. Doch es ergaben sich erste Indizien.

Ein unbekannter Schütze hatte am Donnerstagabend gegen 23 Uhr aus einem Auto heraus sieben Schüsse auf ein Paar und ein Kind abgegeben, die ihr Haus in der Nähe der Sporthalle von Visé betreten wollten (Foto). Dabei kam der 10 Jahre alte Junge sofort ums Leben und der Mann (37), der nicht der Vater des Kindes ist, starb wenig später. Die Frau (37), die Patin des Kindes, erlag ihren schweren Verletzungen am Freitagmorgen.

Die beiden Erwachsenen genossen ein hohes Anwehen in Visé, einer kleinen Stadt am Maasufer zwischen der niederländischen Grenze bei Maastricht und Lüttich. Der Mann leitete eine große Niederlassung der Bank BNP Paribas Fortis und nahm aktiv am sportlichen Leben seiner Heimatstadt teil. Seine Frau arbeitete bei der gleichen Bank, wie verschiedene Medien nach dem Dreifachmord meldeten.

Die Justiz versucht herauszufinden, ob nur ein Schütze auf die drei Personen schoss oder ob weitere Personen an dem Anschlag beteiligt waren. In jedem Fall wurden sieben Schüsse abgefeuert: Zwei Schüsse trafen den Mann, drei die Frau, ein weiterer das Kind und der letzte Schuss ging durch ein Fenster. Die Schüsse sollen aus einer automatischen 9 mm-Pistole abgefeuert worden sein. Der (oder die) Täter hatten ihre Opfer vor dem Haus offenbar erwartet.

Die Gründe für diese blutige Tat sind völlig unklar. Zum einen genossen die Getöteten in Visé ein hohes Ansehen und zum anderen galten der Banker und seine Frau als ein „Paar ohne Geschichten“.

Erste Spur?

Mittlerweile ermitteln die Ermittler aber in Richtung des beruflichen Umfelds des Bankiers. Zum einen soll er einen seiner Angestellten im Zuge einer Umstrukturierung entlassen haben und zum anderen wurde vor einiger Zeit ein Kunde aus der Bank geworfen, der daraufhin eindeutige Beschimpfungen geäußert haben soll, wie die Polizei mitteilte. Zeugen sollen zudem einen Mercedes bemerkt haben, der stundenlang in der Nähe des Tatorts gestanden haben soll. Bis zum späten Sonntagnachmittag wurde aber niemand verhaftet.