Wilder Bahnstreik in Lüttich

Aus Unzufriedenheit über ausgebliebene Prämien legten die Eisenbahner die Arbeit nieder. Am Dienstagmorgen fielen bereits zahlreiche Züge ab Lüttich-Guillemins aus. Große Behinderungen gibt es auch auf der Strecke Eupen-Ostende. Neun von zehn Zügen verkehren derzeit nicht.
BELGA/KRAKOWSKI

Ein Bahnsprecher erklärte, dass die größten Behinderungen auf der Strecke Lüttich-Antwerpen, Eupen-Ostende sowie auf der Brüssel-Nord-Süd-Verbindung registriert worden seien. Auf der Strecke nach Aachen, Landen, Verviers und Waremme verkehren nur die Hälfte der Züge. Zwischen Lüttich und Visé verkehren derzeit Pendelbusse. Gestört ist auch die Linie 125 Lüttich-Namur.

Die belgische Bahn kritisierte die Aktion zu Lasten der Bahnkunden. Die Bahn führt aber bereits Gespräche mit den streikenden Zugführern. Bahnkunden wird empfohlen, sich vor Antritt einer Bahnfahrt auf der Webseite der Bahn zu informieren.

Auch die Gewerkschaften wurden von dem spontanen Arbeitsausstand der wallonischen Zugführer überrascht und bedauerten in einer ersten Stellungnahme den wilden Streik. Über die Höhe der besagten Prämien laufen bereits Verhandlungen. Unklar ist zur Zeit noch, wie lange der Arbeitsausstand noch dauern wird.

TreinRamBus – die Interessengemeinschaft der Bahnkunden – verurteilt die Aktion der Zugführer entschieden. „Das ist völlig unmöglich. Die Bahnkunden werden erste auf dem Bahnsteig mit der Tatsache konfrontiert, dass keine Züge fahren, und können sich nicht entsprechend vorbereiten“, so Jan Vanseveren von TreinTramBus. Die Organisation will, dass unangekündigte Streiks in Zukunft unterbleiben, und fordert Sanktionen für die Verantwortlichen.