Brüsseler Taxiunternehmen mit eigener "Uber-app"

Das Brüsseler Taxiunternehmen Taxi Verts hat mit dem System eCab eine eigene Taxi-app für Smartphones oder Tablets vorgestellt, mit der Taxifahrten bestellt werden können. Interessant dabei ist, dass vor einiger Zeit das System „Uber-app“ in Brüssel wegen vermeintlich unlauterer Konkurrenz verboten worden ist. Unser Foto zeigt beide apps (links Uber, rechts eCab).

Vor zwei Wochen hat das Brüsseler Handelsgericht dem amerikanischen Taxianbieter Uber untersagt, seine app in der belgischen Hauptstadt nutzen zu dürfen. Die traditionellen Taxiunternehmen in Brüssel hatten wegen unlauterer Konkurrenz gegen Uber geklagt und Recht bekommen. Dabei hatten sie auch die Unterstützung von Brüssels regionaler Verkehrsministerin Brigitte Grouwels (CD&V).

Uber arbeitet nicht mit eigenen Taxen, sondern mit Privatleuten, die die über die Uber-app gebuchten Fahrten in ihren eigenen Autos absolvieren. Uber sieht diesen Service als gleichwertig mit Carsharing an. Das Verbot in Brüssel sorgte für heftige Kritik, unter anderem von Seiten der scheidenden EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die mit Ministerin Grouwels in einen heftigen Streit geriet. Uber gab an, trotz Verbots und trotz Zwangsgeldandrohung durch das Brüsseler Handelsgericht weiterzumachen.

Das Taxi Verts in Brüssel gerade jetzt mit einer eigenen Taxi-app aufwartet, ist den auch um so überraschender. „Wir leben im 21. Jahrhundert, also ist es selbstverständlich, dass auch wir mit der Zeit gehen und zeitgenössische Technologien nutzen, um unsere Dienstleistungen anzubieten“, sagte ein Sprecher von Taxi Verts. Das Unternehmen bedient Brüssel mit einer Flotte von etwa 500 Fahrzeugen.

Die „eCab-app“ von Taxi Verts zeigt dem Nutzer, wo das nächste Taxi des Unternehmens auf Kundschaft wartet. Mit einem einfachen Klick kann die Fahrt sofort bestellt werden. Auch Fahrten für einen späteren Zeitpunkt können auf diesem Weg vereinbart werden.

"Kein Angriff auf Uber"

Bei Taxi Verts legt man Wert auf die Feststellung, dass die eigene app kein Angriff auf die alternative Uber-Konkurrenz sei: „Unsere Reaktion auf Uber richtet sich nicht gegen deren Technologie, sondern sie baut auf dem Respekt für die Gesetzgebung auf und ist ein Mittel gegen die ‚wilde‘ Liberalisierung des Sektors.“

BELGA/WAEM