Viehzucht muss dem Naturschutz weichen

Etwa 100 flämische landwirtschaftliche Unternehmen, vor allem Viehzuchtbetriebe, sollen nach 2016 geschlossen werden. Der Grund? Sie schaden nahegelegenen Naturschutzgebieten zu sehr und verstoßen damit gegen EU-Regeln zur „Instandhaltung“ der Umwelt, wie die flämische Tageszeitung De Standaard in ihrer Freitagsausgabe meldet.
BELGA/ JANSENS

Die flämische Landesregierung hat dazu unlängst die entsprechenden EU-Vorschriften in Landesgesetzt umgewandelt und entsprechenden Dekreten hatte das Landesparlament zugestimmt. Diese EU- und jetzt auch flämischen Richtlinien sehen den Schutz von bedrohten Tierarten und Landschaftsschutzgebieten vor. Diese werden durch Verunreinigungen von Seiten der Viehzüchter bedroht, denn die Haltung von Nutz- und Mastvieh verursacht enorme Stickstoffmengen, die über Luft, Boden und Grundwasser Schaden anrichten.

Das bedeutet, dass landwirtschaftliche Betriebe, die es nicht schaffen, ihren Schadstoffausstoß auf ein vertretbares Niveau senken können, nach 2016 unweigerlich ihre Aktivitäten beenden müssen. Betroffen davon sind rund 100 Höfe und Zuchtbetriebe. Piet Vanthemsche (Foto), der Vorsitzende des belgischen Bauernbundes (BBL), hält die Maßnahme für zu drastisch, gibt sich gegenüber den Medien aber als verständnisvoll. Schließlich würden die von flämischen Landesparlament erlassenen Regelungen endlich für Rechtssicherheit sorgen. Vanthemsche verteidigt die Schritte denn auch gegenüber dem Verband angeschlossenen Mitgliedern.

Auf der Internetseite des BBL heißt es dazu: „Es werden wichtige Schritte nach vorne in der Naturschutzpolitik unternommen, ohne dabei die sozio-ökonomischen Aktoren aus dem Auge zu verlieren. Mir diesem Beschluss der flämischen Regierung wird einem Großteil unserer Wünsche entsprochen.“ Für jene Unternehmen, die durch diesen Beschluss in Zugzwang geraten, fordert der Vorsitzende des Bauernbundes begleitende Maßnahmen, bei denen die Landesregierung die erforderlichen Finanzmittel zur Entschädigung oder Re-Konversion bereit zu stellen habe.