Belgiens Justiz macht russischen Dexia-Hackern Prozess

Die belgische Staatsanwaltschaft bringt mehrere russische Hacker vor Gericht. Sie waren in das Computersystem von Dexia eingdrungen. Das Internetverbrechen wurde nach einem Betrugsfall 2009 entdeckt. Hinterher stellte sich auch noch heraus, dass die Hacker unter anderem Einsicht in die Daten der Kunden und in deren Bankkarten hatten.

Die Täter gehören einer russischen Bande von Hackern an, die weltweit Daten von Bankarten stahlen. Die Bande wird auch von der amerikanischen Justiz wegen des Eindringens in Daten wichtiger Finanzeinrichtungen wie Banken und Börsen verfolgt. Die amerikanische Justiz hatte schon letzten Sommer bekannt gegeben, dass die Hacker weltweit 160 Millionen Bankkarten-Daten stahlen und dass die Dexia dabei 1,7 Millionen Euro verlor.

Dem Aufspüren der Bande waren jahrelange intensive Ermittlungen vorausgegangen. 2008 war es den Hackern gelungen, in das interne Computersystem von Dexia einzudringen. Die russische Bande soll den Zugang zum Datennetzwerk von Dexia an eine ukrainische Diebesbande verkauft haben, die im Februar 2009 Geld vom Konto eines Unternehmenskunden Dexias stahl und es auf eine Bank im lettischen Riga überwies. Dexia wurde von der betrügerischen Transaktion unterrichtet. Dadurch kam auch das Eindringen in die Daten von Dexia-Kunden ans Licht. Die Staatsanwaltschaft will übrigens auch besagte lettische Bank verfolgen.

Die Verdächtigen erscheinen wohl kaum vor Gericht

"Wir werden verschiedene ukrainische Verdächtige und mindestens zwei Russen vor Gericht laden, um sie vor ein Strafgericht zu bringen. Wir prüfen noch, ob wir juristisch auch gegen die lettische Bank vorgehen können."

Viel Hoffnung, dass die Verdächtigen auch tatsächlich zu ihrem Prozess erscheinen, hat die Staatsanwaltschaft jedoch nicht. Wenn sie allerdings in Abweseneiht verurteilt werden, können sie, sobald sie an einer Grenzkontrolle auftauchen, verhaftet werden", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Laden wir die lettische Bank vor Gericht, nehmen wir an, dass ein Anwalt hierfür vor Gericht erscheinen wird."