Die Inflation bleibt in Belgien weiter niedrig

Die Preissteigerung lag in Belgien im zu Ende gehenden Monat April bei 0,62 %. Frische Lebensmittel wurden teurer, Strom und Gas hingegen billiger. In der Eurozone betrug die Inflation im April 0,7 %. Das ist weniger als erwartet und schürt deshalb die Sorgen der Europäischen Zentralbank vor einer Deflation.
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Die Teuerungsrate in Belgien hat ihr niedrigstes Niveau seit Ende 2009 erreicht. Im April betrug die Inflation 0,62 % Noch im Monat März lag die Inflation in unserem Land bei 0,89 %. Nach Angaben des belgischen Wirtschaftsministeriums stiegen im April vor allem die Preise für Frischobst und frisches Gemüse, aber auch bei Milchprodukten und bei Eiern. Auch Flugtickets waren im März teurer, als im April.

Gebremst wurden Preiserhöhungen vor allem durch die sinkenden Preise für Strom, Gas, Benzin und Diesel. Auch die Preise für Gruppenreisen und Urlaub in Feriendörfern stiegen im ausgehenden Monat nicht mehr so schnell. Und bei den Schnittblumen hielt sich die Preissteigerung ebenfalls in Maßen.

Die Statistiker weisen zudem darauf hin, dass der so genannte Schwellenindex, der die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst beeinflusst und der die Höhe der Sozialzulagen und -leistungen bestimmt, im Monat April wieder nicht überschritten wurde. Das bedeutet, dass die Beamten vorerst keine indexgebundene Gehaltserhöhung erhalten werden.

Die Tatsache, dass die Inflation auch in der Eurozone weiter sinkt, bringt den Verantwortlichen der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgenfalten auf die Stirn, denn diese müssen möglicherweise ihre Geldpolitik anpassen. Falls die Tendenz anhält, kann es zu einer Deflation kommen, die einen Preisverfall nach sich zieht. Zu niedrige Preise mögen die Verbraucher vielleicht freuen, doch die Konjunktur wird dadurch beeinträchtigt.