Doktorarbeit: Porno im Netz nicht unbedingt schlimm

60 bis 80 % der Jugendlichen im belgischen Bundesland Flandern schauen ab und zu einmal auf Pornoseiten im Internet, die die Nachforschungen eines promovierenden Studenten der Universität Löwen (KULeuven) ergeben haben. Schädlich ist das nicht unbedingt, wie Sexualforscher dazu angeben.

Rund 60 % der flämischen Schüler aus dem ersten Mittelschuljahr schauen ab und zu auf Pornoseiten im Internet und haben dies nach Erhebungen einer Doktorarbeit an der Löwener Universität auch im vergangenen halben Jahr getan. Dieser Prozentsatz steigt mit der Anzahl Schuljahre, denn bis zu 80 % der Abiturienten machen das gleiche.

Normalerweise ist nach Pornos im Internet schauen nicht schädlich, wie Sexualforscher dazu bemerken, auch wenn ein kleiner Prozentsatz dieser Jugendlichen später dadurch ein Problem haben kann. Alexander Witpas von der Flämischen Vereinigung für Sexualforschung sagte dazu am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass für rund 95 % der betroffenen Jugendlichen klar ist, dass Porno nur gespielt und nicht echt ist:

„Den meisten ist klar, dass dies nicht die Realität darstellt und das hat auch für die meisten keinen negativen Effekt auf das spätere Verhalten. Natürlich gibt es auch eine in dieser Hinsicht verletzliche Gruppe, die zum Beispiel kein gutes Zuhause haben und die keinen andere Zugang zu Information zum Thema Sex haben. Das können im schlechtesten Fall Opfer oder Täter von sexueller Gewalt sein. Dann ist es für solche Leute keine gute Idee, vor allem nach hartem Porno zu schauen, denn dadurch verbessert sich deren Situation nicht gerade.“

Mädchen im Mittelschulalter suchen deutlich seltener nach Porno im Internet, wie ihre männlichen Mitschüler. Nach Statistiken der hier genannten Doktorarbeit suchen nur rund 16 % der Schülerinnen zwischen 14 und 15 Jahren nach Porno im Internet. Nach ihren 16. Geburtstag verschwindet dieses Interesse sogar.