In Flandern streiken Teile der Kommunalbeamten

Die sozialistische Gewerkschaft ACOD protestiert mit einer großangelegten Demonstration in Antwerpen und mit Arbeitsniederlegungen in vielen flämischen Städten und Gemeinden gegen Einsparungen auf kommunaler Ebene. Andere Gewerkschaften nehmen an dieser Aktion nicht teil, doch in einigen Stadt- und Gemeindeverwaltungen kam es am Mittwoch zu Problemen.

Hunderte in rot drapierte Gewerkschaftler protestierten am Mittwochvormittag in den Straßen von Antwerpen gegen die Sparmaßnahmen auf kommunaler Ebene. Die Veranstaltung sah aus, wie eine sozialistische Partei- oder Gewerkschaftsfeier am 1. Mai, doch dies hier fand einen Tag früher statt. Die sozialistische Angestelltengewerkschaft ACOD in Flandern will mit ihrer umfassenden Aktion gegen die allgemeinen Sparmaßnahmen in den flämischen Städten und Gemeinden protestieren.

In ihren Augen steigt der Arbeitsdruck derer, die in der einen oder anderen kommunalen Einrichtung arbeiten. Zu wenig Personal, so der allgemeine Tenor, müsse zu viel leisten, denn Kollegen, die in Rente gehen, werden kaum noch ersetzt und nicht zuletzt würden Stellen abgebaut und Arbeitsbereiche an billig arbeitende Subunternehmen abgegeben. Es müsse zu mehr Finanzmitteln für die Kommunen kommen und nicht zu weniger. Immer mehr Arbeit und immer mehr Ausgaben werde von höheren Instanzen auf Städte und Gemeinden abgewälzt, was man nicht hinnehmen könne.

In einigen vor allem größeren Städten, wie Gent oder Antwerpen, waren die Folgen dieser Arbeitsniederlegungen der ACOD-Kollegen recht sichtbar. Kindergärten blieben dicht, Kommunalverwaltungen arbeiteten nur mit wenig Personal, örtlich wurde der Müll nicht abgeholt. In den etwas kleineren Zentrumsstädten, wie Aalst, Löwen, Hasselt oder Mechelen blieben die Folgen eingeschränkt. Doch die meisten lokalen Ämter und Behörden öffneten mit weniger Personal, als sonst. Die Kollegen, die in anderen Gewerkschaften organisiert sind, streikten nicht und gingen ohne Einschränkung zum Dienst.