Flanderns Ministerpräsident will alles oder nichts

Wenn es schief geht bei den Wahlen am 25. Mai und er nicht wieder Ministerpräsident Flanderns werde, höre er mit der Politik auf, hat Kris Peeters gegenüber der Zeitung Het Nieuwsblad gesagt. Ein anderes Amt als das des Ministerpräsidenten interessiere ihn nicht. "Der Einsatz ist hoch, deutlicher kann ich nicht werden", so Peeters in der Zeitung.

Seine Partei, die flämischen Christdemokraten CD&V, würde laut einer Umfrage unseres Hauses, dem flämischen Rundfunk VRT und der Tageszeitung De Standard vom April zwar 20 % bei der Wahl zu einem neuen flämischen Landesparlament holen, die flämischen Nationalisten von Bart De Wever würden laut dieser Umfrage allerdings an der CD&V mit 33,2 % vorbeiziehen.Dass die CD&V auf flämischer Ebene immer noch besser abschneiden würde als auf Landesebene, liege an Kris Peeters, heißt es. 

Eine andere, etwas ältere Umfrage vom April von Le Soir und De Morgen unterstreicht diese Behauptung, denn laut dieser Umfrage sei Kris Peeters der Topfavorit für das Ministerpräsidentenamt in Flandern.

Auch die Antwerpener (64,2%) wollen laut einer von der Zeitung Gazet van Antwerpen in Auftrag gegebenen Umfrage bei 1.007 Einwohnern der Provinz Kris Peeters als Ministerpräsidenten.

Trotzdem scheint sich Peeters seiner Sache nicht ganz sicher zu sein, zu zweifeln, dass es schief gehen könnte oder aber er ist sich absolut sicher, dass es klappt.

Mitten im Wahlkampf nimmt der ambitionierte Politiker jedenfalls ein großes Risiko auf sich, in dem er behauptet, ja geradezu damit droht, dass er aus der Politik aussteige, wenn er nicht wieder Ministerpräsident werde. "Der Einsatz ist hoch für mich und meine Partei. Deutlicher kann ich nicht werden. Ich hoffe, dass der Wähler das schätzt", so die Nummer eins der flämischen Christdemokraten CD&V, Peeters, in Het Nieuwsblad. Die Politik habe ihm nicht mehr viel zu bieten, fügte der Sprecher von Peeters noch hinzu.

Über einen Plan B, falls es doch schief geht, will Peeters selbst noch nicht nachgedacht haben. In der Partei heißt es aber offenbar, dass Peeters Plan B dann "ein Posten auf europäischer Ebene" heißen könnte.