Polizei ist alarmiert: Antisemiten-Treffen in Brüssel

Im Hinblick auf die geplante Versammlung von Antisemiten und Negationisten, des so genannten "Kongresses Andersdenkender", am morgigen Sonntag in Brüssel, sind die zuständigen Behörden, Politiker und die Polizei an diesem Samstag zu einem Sondertreffen zusammengekommen. Das wurde der Agentur AFP aus dem Umkreis der Innenministerin Joëlle Milquet bestätigt.
PK

Die Bürgermeister der 19 Brüsseler Gemeinden und antirassistische Verbände hatten um ein Verbot der Versammlung gebeten, bei der zahlreiche Autoren  antisemitischer Veröffentlichungen und Negationisten vertreten sein werden.

Die Versammlung soll auf Initiative der rechtsextremen Splittergruppe "Debout les Belges!" hin statt finden. Erwartet werden auch der umstrittene Polemiker Dieudonné (großes Foto) aus Frankreich und der rechts-extreme Essayist Alain Soral. 

Der genaue Ort der Versammlung war am Samstagnachmittag noch nicht bekannt. Nichts ist offenbar über die sozialen Netzwerke nach außen gedrungen.

Der Kongress war Ende der Woche von einer Brüsseler Buchhandlung angekündigt worden und der rechtsextremen Splittergruppe "Debout les Belges!" des Abgeordneten Laurent Louis, der für seine Äußerungen gegen Roma, Juden und die Medien bekannt ist.

Ursprünglich habe man jedem freien Zugang zu der Versammlung gewähren wollen, jetzt aber das Treffen zu einer privaten Veranstaltung mit Einladung verwandelt, so Laurent Louis (kleines Foto) auf der Internetseite seiner Bewegung "Debout les Belges!".

Der Zugang ist nur über Reservierung möglich, für die man 15 Euro bezahlen muss. Der Ort der Versammlung werde dann im letzten Moment via Mail durchgegeben. Die Versammlung sei für etwa 14 Uhr (Brüsseler Zeit) anberaumt, heißt es noch auf der Webseite von Laurent Louis. Auch schreibt Louis, dass sich die Gäste benehmen sollten. Jegliches Danebenbenehmen wie Begrüssungen durch den Hitlergruß würden direkt sanktioniert.

Am Freitag hatte die belgische Liga gegen Antisemitismus beim Staatsanwalt in Brüssel Klage eingereicht und von einem "Tag des Hasses" gesprochen, der den Rahmen für die schlimmsten Autoren, Theoretiker und antisemitischen Propagandisten hierzulande seit Ende des 2. Weltkriegs böte.