Wetteren: Ein Jahr nach der Zugkatastrophe

Vor einem Jahr war in Wetteren in der Provinz Ostflandern ein Güterzug mit Tankwaggons entgleist. Einige der Tankwaggon hatten chemische Produkte geladen und waren in Brand geraten. Giftstoffe und verunreinigtes Löschwasser waren damals in die Kanalisation gelangt und die Rauchwolken des Feuers sorgten für eine weitere Umweltverschmutzung. Heute, ein Jahr danach, bleiben die Anwohner im Ungewissen.

Bei dem Bahnunfall von Wetteren in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 2013 kam eine Person ums Leben, 17 Personen wurden verletzt, etwa 1.200 Bewohner der ostflämischen Stadt atmeten unsaubere Luft ein und über 2.000 von ihnen mussten teilweise für längere Zeit evakuiert werden.

Damals entgleiste in Schellebelle an der Ortsgrenze zu Wetteren ein Chemikalienzug, der aus den Niederlanden kam und auf dem Weg zum Hafen von Gent war. Sechs der 13 Waggons waren dabei entgleist und zwei von ihnen, mit dem giftigen Produkt Acrylnitril beladen, stürzten um und fingen Feuer. Giftige Gase traten aus und gelangten in die Kanalisation, was durch das Löschwasser weiter begünstigt wurde und auch der Rauch des Feuers konnte nicht als ungefährlich eingestuft werden.

Heute, ein Jahr nach der Katastrophe, warten die Anwohner immer noch auf die Analyse ihrer damals massiv abgegebenen Blut- und Urinproben. Sie wissen bis heute noch nicht, on sie in Zukunft mit Spätfolgeschäden ihrer Gesundheit rechnen müssen. Angeblich sollen die Gesundheitsanalysen und die definitive Ursache (möglicherweise überhöhte Geschwindigkeit des Zuges) im Juni bekanntgegeben werden.

Kranzniederlegung und Gedenktafel

Am Samstag fand in der Nähe der Unfallstelle in Wetteren eine kleine Gedenkfeier statt, bei der im Beisein von Ostflanderns Provinzgouverneur Jan Briers und von Bürgermeister Alain Pardaen eine Gedenktafel enthüllt wurde.

Nach einer Schweigeminute heulten in der gesamten Gemeinde Wetteren die Alarmsirenen. Viele der damals betroffenen Anwohner blieben der Zeremonie fern, da sie der Angelegenheit wegen der bisher ausbleibenden Informationen bezüglich ihrer Gesundheit mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen.