TV-Debatte: N-VA und PS in allen Bereichen uneins

Am Dienstagabend fand bei den privaten TV-Sendern RTL-TVi und VTM eine Debatte zwischen den Vorsitzenden der frankophonen Sozialisten PS, Paul Magnette, und der flämischen Nationaldemokraten N-VA, Bart De Wever statt. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass beide Parteien auf belgischer Bundesebene völlig unterschiedliche Auffassungen haben.

Es war ein harter Schlagabtausch, den sich Bart De Wever (N-VA) und Paul Magnette (PS) am Mittwochabend in der TV-Debatte der beiden führenden belgischen Privatsender RTL-TVi (frankophon) und VTM (flämisch) lieferten.

Nach dieser hitzig geführten Debatte war klar, dass beide gewonnen hatten - nicht unbedingt gegeneinander, aber mit Sicherheit zu Hause an der jeweiligen Front des TV-Publikums. Beide schafften es, jeweils bei ihrem Zielpublikum zu punkten und die Standpunkte der jeweiligen Sprachengruppe deutlich zu machen.

Das Beunruhigende dabei ist allerdings, dass die völlig unterschiedlichen Auffassungen der jeweils vermeintlich stärksten Partei in Flandern und im frankophonen Spektrum Belgiens auf Bundesebene Schlimmstes erwarten lassen. Das sich die frankophonen Sozialisten und die flämischen Nationaldemokraten nach den Wahlen vom 25. Mai auf eine Koalition einigen können, steht nach dieser TV-Debatte mehr denn je in den Sternen.

Das Fazit stellten beide am Ende der Debatte. „Die N-VA kann mit dieser PS nicht regieren.“, schloss Dewever, worauf Magnette entgegnete: „Mit einer N-VA, die das Land und die soziale Sicherheit spalten will, kann ich keine Regierung bilden.“

Dewever und Magnette waren in so ziemlich allen Bereichen uneins: Steuerpolitik, Staatsreform, Beschäftigung, Haushalt. Auch die Klassiker wurden nicht ausgespart: „Die Wallonie will nach links, Flandern nicht“, wie Dewever feststellte.

Gleich mehrere Tageszeitungen befürchten jetzt, dass es wieder zu einer ewig langen regierungslosen Zeitspanne kommt, wie 2010, als Belgien mit 541 Tagen Koalitionsverhandlungen jeden nur erdenklichen Weltrekord brach.