Vertrauliches NATO-Dokument gehackt

Die Hacker, die in das Computersystem des belgischen Außenministeriums eingedrungen sind, sollen ein vertrauliches Dokument der NATO abgefangen haben. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass der Angriff durch russische Hacker verübt wurde. Der Kalte Krieg 2.0 tritt in eine verschärfte Phase.
AP2005

Vorige Woche entdeckte das belgische Außenministerium, dass Hacker in sein Computernetzwerk eingebrochen waren. Der Nachrichtendienst der belgischen Armee hatte einen Tipp von seinen Kollegen der CIA erhalten: Das belgische Netzwerk sei mit dem Snake-Virus infiziert.

Das Netzwerk des belgischen Außenministeriums war vorige Woche mehrere Tage still gelegt worden, um die Server von dem Virus zu befreien. Seit Dienstag funktioniert das Datennetzwerk wieder, wenn auch noch nicht alle Datenbestände bereinigt sind.

Die Untersuchung hat ergeben, dass die Hacker ein Geheimdokument über mögliche neue Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise abgefangen haben. Der Schadensumfang wird noch ermittelt.

Das Snake-Virus, das höchstwahrscheinlich russischen Ursprungs ist, war zuvor schon auf Computern in der Ukraine und in der baltischen Republik Litauen gefunden worden.

Snake-Virus

Der überaus gefährliche Computervirus ist ebenfalls in Georgien, in Großbritannien und in den USA aufgetaucht. Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise soll er bereits zweimal in Belgien zugeschlagen haben.

Der Hackerangriff auf das Computersystem des Außenministeriums hat die höchste Alarmstufe ausgelöst und den Premierminister veranlasst, sich mit den Ministern für innere- und auswärtige Angelegenheiten, dem Verteidigungs- und dem Justizminister sowie der Spitze der belgischen Sicherheits- und Nachrichtendienste zu beraten.