Belgier trauern um Alt-Premier Dehaene

Premier Elio Di Rupo (Foto) reagiert auf den Tod des ehemaligen belgischen Premiers Jean-Luc Dehaene mit den Worten: "Er war ein außergewöhnlicher Staatsmann und wertvoller Klempner."

Der heutige Premierminister Belgiens, Elio Di Rupo und zahlreiche weitere Politiker hierzulande haben direkt nach der Bekanntgabe des Todes von Jean-Luc Dehaene über Twitter oder im Radio und Fernsehen reagiert.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat viele Jahre mit Dehaene zusammengearbeitet, unter anderem als Vizepremier, als Dehaene Premier war. Van Rompuy hat sein großes Vorbild verloren.

Marianne Thyssen, die 10 Jahre lang mit Dehaene im Europäischen Parlament gesessen hat, sieht ihn als einen Reformer, der die Zukunft, sowohl in Belgien als auch in Europa, sicherer machen wollte.

Auch EU-Parlamentarier Guy Verhofstadt, der für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten kandidiert, reagierte betroffen: "Ein großer Politiker, ein großer Herr, jemand, der aufrichtig ist. Im gesamten Europäischen Parlament haben wir zusammen für mehr Europa gekämpft, denn er war ein sehr überzeugter Europäer, der der Meinung war, dass mehr Integration in Europa der einzige Ausweg sei."

Der Vorsitzende der flämischen Nationalisten N-VA, Bart De Wever, spricht von einem herzlichen Mann mit einem unvorstellbaren politischen Durchblick.

CD&V-Kampagne ausgesetzt

Unterdessen haben die flämischen Christdemokraten (CD&V), also die Partei des verstorbenen Jean-Luc Dehaenes, bekannt gegeben, dass sie sämtliche Kampagneaktivitäten der Partei bis Sonntagabend aussetzen wollten.

Das haben der Parteivorsitzende Wouter Beke und der flämische Ministerpräsident Kris Peeters noch am Donnerstagabend angekündigt. "Aus Respekt werden wir bis Sonntagabend auch nicht an Debatten teilnehmen", fügte Peeters hinzu.

Eine für den heutigen Donnerstagabend geplante Debatte zwischen Spitzenkandidaten in Gent ist abgeblasen, die Debatte zwischen Premier Elio Di Rupo (PS) und Vizepremier Didier Reynders (MR) auf dem französischsprachigen Sender RTBF ist auf Montagabend verschoben worden.

Nicolas Maeterlinck