Ehemaliger Premier Jean-Luc Dehaene verstorben

Der ehemalige belgische Premierminister Jean-Luc Dehaene (73), (CD&V) ist verstorben. Er ist während seines Aufenthaltes in Frankreich hingefallen. Der ehemalige Premier, der schon seit geraumer Zeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, saß bis zu seinem Tod in verschiedenen Verwaltungsräten und war Europaabgeordneter. An der Kampagne zu den Wahlen im Mai hat er aber nicht mehr teilgenommen.

Dehaene war von 1992 bis 1999 Premierminister von Belgien. Unter seiner Leitung wurde Belgien ein Föderalstaat. Der flämische Christdemokrat führte unser Land auch in die Eurozone. Später war er Bürgermeister von Vilvoorde und Mitglied des Europäischen Parlaments. Er war auch Vizevorsitzender des Europäischen Konvents, der den maßgeblichen Entwurf für den Vertrag über eine Verfassung für Europa erarbeitete.

In den vergangenen Jahren saß er, außer im Europäischen Parlament, auch in verschiedenen Verwaltungsräten. Die Regierung Leterme hatte ihn zudem gebeten, die Leitung von Dexia zu übernehmen. Dieses Amt brachte ihm später jede Menge Ärger ein.

Dehaene war für seinen direkten Stil bekannt und wurde in der Regierung für seine vielen Varianten der "Problemlösungen" berühmt und berüchtigt. Auch die Äußerung "Kein Kommentar" war typisch für ihn. Er weigerte sich stets, hypothetische Fragen zu beantworten.

Dehaene und seine Frau Celie waren übrigens innige Fans des Fußballvereins Club Brügge. Er soll einmal gesagt haben, dass er eine Niederlage seines Fußballvereins schlimmer finde, als der Fall der Regierung.

Anfang dieses Jahres wurde bei ihm ein Pankreas-Karzinom festgestellt. Dehaene wurde erfolgreich operiert. Anfang April soll er im UZ Brüssel mit einer Chemotherapie begonnen haben.

Sein plötzlicher Tod soll nicht mit dem Krebsleiden in Verband stehen. Deahene ist 73 Jahre alt geworden.

Belgien verliert einen großen Staatsmann, heißt es auf ersten Twitterberichten von mehreren Belgiern. Belgiens Premier Elio Di Rupo twittert zum Beispiel, dass Belgien einen außergewöhnlichen Staatsmann verloren habe und Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters nennt Dehaene in seinem Twitterbericht den Vater des föderalen Belgiens.