Frauenpower wie Männerpower bezahlen!

Im Hinblick auf die Wahlen im Mai haben jede Menge Bewegungen und Organisationen ihre Forderungen bekannt gegeben, so auch die Frauenbewegung. Sie fordert vor allem mehr Kindertagesstätten und ein Ende der Wartelisten im sozialen Bereich. Diese Wartelisten verhinderten die wirtschaftliche Unabhängigkeit vieler Frauen.

Frauen in unserem Land verdienten noch immer im Durchschnitt 23 Prozent weniger als die Männer, auch ihre Renten lägen 23 Prozent niedriger als die der Männer, heißt es bei der Frauenbewegung.

59 Prozent der Frauen bezieht eine Rente, die niedriger ist als 1.000 Euro gegenüber nur 33 Prozent der Männer. Dieser Anteil ist vor allem eine Folge abgebrochener Karrieren und Teilzeitarbeit, um Job und Familie besser kombinieren zu können.

Magda De Meyer vom Frauenrat betonte im VRT-Fernsehen: "Je mehr Kinder Sie haben, desto niedriger ist Ihre Rente. Das ist eigentlich eine sehr schockierende Feststellung, denn das ist der eindeutigste Beweis dafür, dass in unserem Land die Kombination von Familie und Arbeit absolut nicht stimmt."

Da die sozialen Aufgaben nicht ehrlich zwischen Frauen und Männern verteilt sind, treffen die Antikrisenmaßnahmen der Regierung die Frauen auch härter als die Männer. Alleinstehende, vor allem Frauen und Mütter, würden in unserem System viel schneller in die Armut getrieben, so Sofie De Graeve vom Frauenberatungsausschuss im VRT-Fernsehen.

Frauen müssen ganztags arbeiten, aber ohne kollektive Versorgungseinrichtungen geht das nicht. "Der Mangel an Versorgungseinrichtungen nimmt zu und die Versorgung wird dann oft auf den Frauenschultern abgewälzt. Das Spektrum reicht von Altersheimen über Kindertagesstätten bis hin zum Behindertensektor. Die Wartelisten müssen abgebaut werden, damit die Frauen mehr Chancen haben", erklärt De Meyer vom Frauenrat noch.