Hollande: "Frankreich verliert einen Freund"

Auch international war Jean-Luc Dehaene als Politiker und Kollege bekannt und beliebt. So begann das große Duell zwischen den Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten im Europäischen Parlament in Brüssel am gestrigen Donnerstagabend mit einer Würdigung für den verstorbenen ehemaligen belgischen Premier.
AP2014

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, schrieb zum Tod Jean-Luc Dehaenes in einem Pressekommuniqué: "Jean-Luc Dehaene war ein außergewöhlicher belgischer und europäischer Politiker. Neben vielen anderen Leistungen, hat er sein Land in die Eurozone geführt. Jean-Luc Dehaene war ein überzeugter Europäer, der eine außergewöhnliche Rolle als Vizepräsident im Europäischen Konvent spielte, der den maßgeblichen Entwurf für den Vertrag über eine Verfassung für Europa erarbeitete."

Vor kurzem noch hätten Jean-Luc und er hart am mehrjährigen Finanzrahmen zusammengearbeitet, um für einen ambitionierteren EU Haushalt zu kämpfen und er wolle an dessen Engagement und unglaubliche Kenntnis der Themen erinnern."

Alle Achtung vor seiner Arbeit und seinem Engagement für Belgien und die Europäische Union, heißt es im Pressebericht noch. Im Europäischen Parlament werde man ihn schmerzlich vermissen und man sei mit den Gedanken bei der Familie und den Freunden.

Hollande: "Frankreich verliert einen Freund, Europa einen seiner großen Figuren"

Auch der französische Präsident François Hollande reagierte zum Tod des 73 Jährigen ehemaligen belgischen Premiers: "Frankreich verliert heute einen Freund, Europa einen seiner großen Figuren", heißt es in einem Pressebericht.

"Der Regierungschef verbeugt sich vor einem großen Staatsmann, der die Geschichte Belgiens mitprägte und teilt die Trauer des belgischen Volkes."

"Jean-Luc Dehaene hat es verstanden, in seinem Land und im Interesse seines Landes tiefgreifende Veränderungen durchzuführen. Er wollte seine Überzeugungen, seine Energie und seine Intelligenz auch in den Dienst des Aufbaus Europas stellen, das er als begeisteter Handwerker mitgestaltete", so Hollande.