Kollege von Le Soir stirbt bei "20 Km durch Brüssel"

Die Redaktion der Zeitung Le Soir trauert um einen jungen Kollegen. Der 28-jährige Journalist Olivier Croughs ist am gestrigen Sonntag beim 20 Km-Lauf durch Brüssel an einem Herzinfarkt gestorben. Nach dem Tod des jungen Mannes und zahlreichen anderen Zwischenfällen plädieren nun mehrere Spezialisten für ein medizinisches Screening eines jeden Teilnehmers.

Der junge Mann hatte bereits zum 10. Mal an dem Lauf teilgenommen. Auf den letzten Metern erlitt der Wirtschaftsjournalist einen Herzinfarkt und wurde in das Krankenhaus von Schaerbeek gebracht. Dort verstarb er noch am Sonntagnachmittag.

40.200 Personen haben am Sonntagvormittag an den "20 Kilometern durch Brüssel" teilgenommen. Das waren mehr als je zuvor. Das warme Sommerwetter hat dafür gesorgt, dass das Rote Kreuz mehr als 600 Mal gerufen wurde. 35 Personen sind in verschiedene Krankenhäuser in Brüssel eingeliefert worden, einige von ihnen mit Herzproblemen.

Nach den vielen Zwischenfällen plädieren mehrere Spezialisten für ein medizinisches Screening eines jeden Teilnehmers vor dem Lauf und vor anderen Massen-Sportveranstaltungen. 

Anläßlich der 20-Kilometer von Brüssel, bei dem der junge Journalist starb, plädieren Pedro Brugada, Herzspezialist am Universitätskrankenhaus Brüssel und Sportarzt Chris Goossens zum Beispiel in den Zeitungen De Morgen, Het Belang van Limburg, Gazet van Antwerpen und Het Laatste Nieuws für so ein Screening.

"Menschen überschätzen sich und unterschätzen den Parcours", betont Goossens. Die 20 Kilometer von Brüssel seien ihm zufolge genauso schwer wie ein einfacher Marathon. "In Frankreich darfst Du an so einer Veranstaltung nur teilnehmen, wenn Du vorab ärztlich durchgecheckt wurdest. Es ist höchste Zeit, dass Belgien das auch zur Pflicht macht."

Brugada weist auch auf die hohe Zahl der Teilnehmer hin: "Über 40.000 Menschen auf einmal auf den Straßen: Das ist zu viel, zu gefährlich. Es ist eigentlich unverantwortlich, um sie ohne Screening und einer solchen Vorbereitung zuzulassen."