Wie wählen die jungen Marokkaner in Flandern?

Wenn es von den jungen flämischen Marokkanern, die hier geboren sind, abhängt, dann spielen die Parteien des rechten, des konservativen oder des liberalen Spektrums kaum eine Rolle. Nach einer Umfrage des Studienbüros Trendwolves unter 450 Jugendlichen marokkanischer Herkunft in Flandern geben diese ihre Stimme überwiegend linken Parteien.

Laut Trendwolves haben sich rund 35 % der jungen Flamen marokkanischen Ursprungs knapp eine Woche vor den Wahlen, die am 25. Mai stattfinden, noch nicht entschieden, welchen Kandidaten oder welchen Parteien sie ihre Stimme geben.

Doch die, die sich bereits entschieden haben, werden eher einer Partei aus dem linken Spektrum ihre Stimme geben, wie Willem Roose von Trendwolves am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: „Zum Beispiel kommt die N-VA in deren Überlegungen nicht vor, wohl aber die Arbeiterpartei PVDA, denn die ist wesentlich erfolgreicher bei diesem Personenkreis. Ich bin der Ansicht, dass wir die Unterschiede zwischen bestimmten Zielgruppen nicht aus den Augen verlieren sollten.“

Trendwolves fand überdies heraus, dass sechs von 10 dieser jungen Leute der Ansicht sind, dass die Politik gerade für die Menschen anderer Herkunft zu wenig tun. Dieser Ansicht ist auch Hanan, die darüber gar den Mut verloren hat: „Ich habe kein Vertrauen, um es einmal so auszudrücken, also werde ich daran auch nicht viel Zeit verschwenden. Ich habe beschlossen, weiß zu wählen und ich habe auch kein Parteiprogramm wirklich untersucht.“

Youssef, ein anderer flämisch-marokkanischer Jugendlicher, setzt sich sehr wohl mit den Wahlen auseinander und für ihn haben Ausbildung, Arbeit und Diskriminierung die höchste Priorität: „Ich muss sagen, dass wir, also ich und mein Freundeskreis, regelmäßig feststellen, dass wir keine Arbeit finden, weil anderen Leuten deutlich Vorrang eingeräumt wird.“.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Feststellung von Trendwolves, dass jeder dritte Befragte aus diesem Personen- und Wählerkreis seine Wahl nicht davon abhängig macht, ob ein Kandidat marokkanischer Herkunft ist oder nicht.