Junge Frauen bei Ausreise nach Syrien verhaftet

Am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem (Foto) sind zwei junge Frauen festgenommen worden, die nach Syrien reisen wollten. Nach Angaben der Polizei ist eine der beiden Frauen noch minderjährig. Die Justiz verfügt über Hinweise, nach denen die Frauen auf dem Weg zu einer islamistischen Rebellenbewegung in Syrien waren.

Die beiden in Zaventem bereits am vergangenen Donnerstag festgenommenen jungen Frauen stammen aus dem Raum Antwerpen. Ob sie vorhatten, in Syrien islamistische Rebellen zu heiraten oder dort selbst kämpfen zu wollen, ist noch unklar.

Die volljährige Frau (18), eine Belgierin marokkanischer Herkunft, musste am Dienstag vor dem Haftrichter erscheinen. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. Die Minderjährige (17) wurde in Gewahrsam genommen und wird vor einem Jugendrichter aussagen müssen. Die 17jährige ist eine Belgierin aus Hoboken/Anwerpen, die sich zum Islam bekehren ließ.

Eine Sprecherin der Bundesstaatsanwaltschaft sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Laaste Nieuws, man werfe den beiden jungen Frauen vor, sie seien an Aktivitäten einer terroristischen Organisation beteiligt.

Belgiens Polizei und Justiz sowie das Bundesinnenministerium in Brüssel gehen hart gegen Jugendliche, die in unserem Land leben und nach Syrien ausreisen wollen, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen, vor. Dutzende belgische Jugendliche sind bereits ausgereist. Einige sind in Syrien im Kampf ums Leben gekommen, anderen wird vorgeworfen, sich an Gräueltaten beteiligt zu haben.

Inzwischen haben die belgischen Behörden auch einige junge Leute verhaftet, die von dort aus zurück in ihre Heimat gekehrt sind. Nicht zuletzt wollen die hiesigen Behörden verhindern, dass solche Jugendliche später in unserem Land islamistische Terroranschläge begehen.