De Wever twittert an die frankophonen Belgier

Bart De Wever, der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA, richtet sich in einer Videobotschaft zum ersten Mal direkt an die frankophonen Belgier. Über den ersten Tweet seiner politischen Laufbahn will er im französischen Landesteil um Verständnis für seine Politik bitten. Man solle ihm dort die Chance geben, sich zu beweisen, so die Botschaft.

„Ich habe keine andere Wahl. Es ist unmöglich. In jedem Land der Welt tritt der Premierminister gegen den Oppositionsführer in einer Debatte an. Hier nicht. Di Rupo will sogar nicht mit mir im gleichen Raum sein. Ich habe nur mit dem PS-Vorsitzenden Paul Magnette debattieren dürfen. Meine einzige Möglichkeit ist also nur noch, mich direkt an die Französischsprechenden zu richten, um ihnen sagen zu dürfen, was in diesem Land passiert“, sagte De Wever dazu gegenüber den beiden Wirtschaftszeitungen De Tijd (Flandern) und L’Echo (Wallonie).

Er wolle den Frankophonen erklären, was sein Projekt beinhalte und ihnen zeigen, dass dies eine Alternative für das sozialistische Modell sei. Er ruft die französischsprachigen Bürger und Wähler in Wallonien und Brüssel auch dazu auf, „die Karikaturen, die die PS und Elio Di Rupo von der N-VA zeichnen, zu vergessen.“ Er bitte um das Vertrauen der Wallonen und der Brüsseler. Bisher hat sich Bart De Wever noch vom sozialen Medium Twitter ferngehalten. Er hat zwar einen Account, doch der war bisher noch leer. Die Videobotschaft an die frankophonen Belgier ist also sein erster Tweet.

"Zynismus von Bart De Wever kennt keine Grenzen"

Die frankophonen Sozialisten PS reagieren mit Humor, aber auch mit Verärgerung auf das via Twitter veröffentlichte Video, in dem sich N-VA-Parteichef Bart De Wever in Französisch an die Wähler in Wallonien und Brüssel richtet, um für das Projekt der flämischen Nationaldemokraten um Verständnis zu bitten.

Sowohl Premierminister und Spitzenkandidat Elio Di Rupo, als auch PS-Parteichef Paul Magnette verglichen Bart De Wever in ihren Reaktionen auf Twitter mit einem Tier: Di Rupo sucht den Vergleich mit einer Katze: „Eine Katze, die in die Enge getrieben wird, macht seltsame Sprünge.“ Und Paul Magnette twitterte übrigens in Latein: „Vulpem pilum mutare, non mores“; ein Fuchs verliere zwar sein Fell, aber niemals seine List.

Bei der PS ließ man in Bezug auf das De Wever-Video weiter wissen, dass dessen Zynismus keine Grenzen kenne: „Nach Jahren der Stigmatisierung der Wallonen und der Brüsseler bittet er jetzt um deren Verständnis…