De Wever will Premier von Belgien werden

Falls die flämischen Nationalisten von der N-VA am Sonntag die Wahl gewinnen, will Bart De Wever eine Regierung leiten, sagte Bart De Wever am Mittwochabend im VRT-Fernsehen. Er fügte allerdings auch hinzu: Falls er eine Koalition mit einem starken Programm bilden kann und falls die Koalitionspartner wünschen, dass er selbst die Initiative ergreift.

Ein paar Tage vor den Wahlen schließt der Vorsitzende der N-VA, Bart De Wever, also einen Posten als Premier nicht mehr aus, zumindest dann nicht, wenn er ein starkes Mandat bekommt.

Der Wähler solle entscheiden, ob er, De Wever, Premier werde, so De Wever in der Sendung Terzake am Mittwochabend. 

Zuvor hatte De Wever stets betont, dass er nicht für das Amt des Premiers zur Verfügung stünde, weil er Bürgermeister von Antwerpen bleiben wolle. Auf die Äußerung, dass er das bislang aber noch nicht so deutlich offengelegt habe, sagte De Wever: "So kurz vor den Wahlen darf man so deutlich werden."

Wenn man Bürgermeister bleiben will und auch Premier werden will, stellt das in Belgien allerdings ein Problem dar. De Wever nennt deshalb wohl seine Absicht mit vielen Wenns und Abers. Es muss deshalb die ideale Koalition mit der sozialwirtschaftlichen Reformpolitik werden, die die N-VA will, sonst wird nichts daraus. 

Bart De Wever läßt sich also in die Karten schauen und setzt alles auf eine Karte. "Er will alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen und er will die Zügel in Händen halten, bestimmen, welche Koalition gebildet werden soll und wer eventuell Premier wird", interpretiert  VRT-Radiojournalist Marc Van De Looverbosch den plötzlichen Wunsch De Wevers, Premier zu werden.

Laut dem Vorsitzenden der französischsprachigen PS, Paul Magnette, handele die N-VA kopflos. Jemand, der das Land abschaffen wolle, sei als Premier nicht sehr glaubwürdig, sagte Magnette im öffentlich-rechtlichen französischsprachigen Rundfunk RTBF. Das sei, als ob man einen Fuchs bitte, den Hühnerstall zu bewachen.