Caravaggio-Gemälde zeitweise im MAS zu sehen

Ab Herbst wird eines der Meisterwerke des italienischen Barockmalers Caravaggio in Antwerpener Museum am Strom (MAS) zu sehen sein. Das Werk „Madonna von Loreto“ aus dem Jahr 1605 ist derzeit in der Kirche Sant'Agostino im Zentrum von Rom zu sehen, zieht aber für die Antwerpener Ausstellung „Heilige Orte- Heilige Bücher“ eine Zeit lang nach Flandern um.

Die Kirche Sant’Agostino leiht dem MAS die „Madonna von Loreto“ für diese Ausstellung, die das Museum am Strom gemeinsam mit der Kulturerbe-Bibliothek Hendrik Conscience in Antwerpen ausrichtet. Das Caravaggio-Werk gilt als das „Kunstwerk mit den dreckigsten Füßen“, denn auf dem Gemälde kniet ein Pilger mit schmutzigen Füßen vor der Madonna mit ihrem Kind.

Dieses Werk Caravaggios aus dem Jahr 1605 ist das allererste Kunstwerk, in dem Pilger ein zentrales Element sind. Deren Glaube sorgt dafür, dass ihnen die Madonna erscheint, wie das Bild zu erzählen vermag. Nach Ansicht von Kunstfachleuten zeigt Caravaggio in der „Madonna von Loreto“ die Essenz des christlichen Pilgertums, denn die Hauptpersonen sind nicht unbedingt die Madonna mit dem Kinde, sondern tiefgläubige und ergebene Menschen, die eine entbehrungsreiche Pilgerfahrt hinter sich gebracht haben.

Nach Angaben des Stadtverordneten für Kultur der Stadt Antwerpen, Philip Heylen (CD&V) war es kein leichtes Unterfangen der Ausstellungskuratoren, das Werk nach Antwerpen holen zu können. Grünes Licht dazu musste unter anderem aus dem Vatikan kommen. Das Werk ist übrigens mit 100 Mio. € versichert.

Die Ausstellung „Heilige Orte- Heilige Bücher“, die am 19. September in MAS und in Kulturerbe-Bibliothek Hendrik Conscience in Antwerpen eröffnet wird, vergleicht das Christentum, den jüdischen Glauben und den Islam und zwar dort, wo die Unterschiede liegen, aber auch dort, wo die Gemeinsamkeiten zu finden sind. Eines der Themen ist dabei das Pilgern. Und dabei, so die Ausstellungsmacher, dürfe ein ikonisches Werk, wie die „Madonna von Loreto“ von Caravaggio nicht fehlen.