Flandern muss Behinderter Platz im Pflegeheim bieten

Ein Richter in Dendermonde in der Provinz Ostflandern hat die flämischen Landesbehörden per Urteil dazu verpflichtet, eine behinderte Frau in einem Pflegeheim aufzunehmen. Laut Urteil muss Flandern der Frau bei Versäumnis ein Zwangsgeld von 500 € täglich zahlen. Die 64 Jahre alte Frau ist geistig und leicht körperlich behindert und lebte bisher bei ihrer Schwester. Diese jedoch ist kürzlich verstorben.
ASTIER / BSIP

Als die Schwester der Betroffenen schwer erkrankte und in ein Krankenhaus kam, wurde die geistig und leicht körperlich behinderte Dame in aller Eile in einem Heim in Ninove aufgenommen. Doch die Schwester verstarb kurz darauf und recht schnell wurde deren Wohnung aufgelöst.

Das bedeutet, dass die 64jährige Behinderte kein Zuhause mehr hat. Und doch wurde ihr mitgeteilt, dass man sie auf Grund von Platzmangel nicht definitiv aufnehmen könne. Sie müsse sich eben nach einer anderen Pflegestelle umsehen.

Daraufhin suchten die Betroffene und ihre Angehörigen juristische Hilfe und jetzt bekamen sie vor Gericht Recht. Demnach muss die flämische Landesagentur für Personen mit Behinderung der Frau einen Platz in dem Pflegeheim in Ninove, in dem sie jetzt noch provisorisch lebt, so lange bieten, bis sich für sie eine definitive Lösung findet.

Geschieht dies nicht, muss die Behörde der Frau ein Zwangsgeld von täglich 500 € zahlen. Nach Ansicht der Anwältin der behinderten Frau könnte das Urteil ein Präzedent für weitere derartige Fälle darstellen, in denen Betroffene trotz höchster Dringlichkeit keine Aufnahme in einer Pflegeeinrichtung im belgischen Bundesland Flandern finden.