Garantierter EU-Sitz für die Deutschsprachigen

Belgien entsendet insgesamt 21 Abgeordnete ins Europaparlament. Das ist ein Sitz weniger als bisher. Glücklicherweise geht dieser Sitz weniger nicht zu Lasten der kleinen Deutschsprachigen Gemeinschaft in Ostbelgien, denn sie hat garantiert einen Abgeordneten im EP. Dazu hat das deutschsprachige Ostbelgien sogar einen eigenen Europa-Wahlkreis.

Durch die Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union verliert Belgien einen seiner Sitze im Europaparlament, denn die EU will die Zahl der Abgeordnetenmandate im Zuge weiterer Erweiterungen nicht ausufern lassen.

Deshalb verliert das eine oder andere Mitgliedsland einen Sitz. Die deutschsprachigen Belgier mussten lange Zeit befürchten, dass dieser Sitz zu ihren Lasten ging, denn in Flandern wuchs Kritik an der Tatsache, dass die Flamen einen Sitz abgeben sollten.

Vor allem die flämischen Nationaldemokraten N-VA hatten dazu eine Meinung und die lautete, man solle die DG doch zur Wallonie hinzuzählen, denn die DG ist Teil Walloniens. Doch jetzt wurde abgesichert, dass der deutschsprachige Sitz sicher ist und zumindest vorläufig garantiert werden kann. Damit entsendet das belgische Bundesland Flandern 12 Abgeordnete nach Straßburg und Brüssel, die Wallonie weiter acht und die DG eben einen.

Die deutschsprachigen EU-Kandidaten

Seit 1994 vertrat der Christdemokrat Mathieu Grosch die DG im Europaparlament, doch er gibt sein Mandat ab und kandidierte jetzt nicht mehr für eine weitere Sitzungsperiode. Die christdemokratische CSP zieht mit dem Fraktionsvorsitzenden seiner Partei um DG-Regionalparlament, Pascal Arimont, in den Wahlkampf und die sozialistische SP stellt ihren Parteichef Antonios Antoniadis auf.

Für die liberale PFF zieht der Jurist Axel Kittel in den Wahlkampf für ein Mandat in Straßburg und die Regionalpartei ProDG setzt auf die DG-Abgeordnete Lydia Klinkenberg. Die größten Chancen könnten allerdings die Grünen von Ecolo haben, denn sie haben den parteilosen Landwirten Erwin Schöpges aufgestellt. Schöpges ist u.a. Vorstandsmitglied der European Milk Board (EMB) und kann ein hohes Maß an Erfahrung in europäischer Materie und im Bereich Nachhaltigkeit bei der Landwirtschaft vorweisen.