Französischsprachige: "Mit N-VA verhandeln, wenn Ergebnis dazu zwingt"

Auch die Spitzenkandidaten der vier großen französischsprachigen Parteien haben am Freitagabend - wie die Spitzenkandidaten der wichtisten niederländischsprachigen Parteien im flämischen Fernsehen - ein letztes Mal im französischsprachigen Fernsehen RTBF diskutiert. Sie sind sich einig, dass sie Verhandlungen zur Regierungsbildung nur mit den flämischen Nationalsiten N-VA eingehen werden, wenn sie aufgrund der Wahlergebnisse dazu gezwungen werden. Niemand wollte jedoch seine Präferenz für einen Koalitionspartner nach dem 25. Mai nennen.

Paul Magnette von den französischsprachigen Sozialisten PS, Charles Michel von der liberalen MR, Benoît Lutgen von den Christdemokraten CDH und Emily Hoyos von den Grünen Ecolo durften am Freitagabend im RTBF noch ein letztes Mal vor den Wahlen am Sonntag in einer Debatte versuchen, den Wähler auf französischsprachiger Seite von ihren Argumenten zu überzeugen.

Niemand wollte sich, so kurz vor den Wahlen, eindeutig zu Koalitionswünschen äußern. Nur der Sozialist Magnette würde lieber ein Links-Bündnis eingehen, wenn der Wähler das zulasse. Der Spitzenkandidat der MR, Michel, wiederholte daraufhin seine Präferenz für eine Entwicklung hin zu einem Wahlsystem, das eher einem echten Mehrheitssystem gleicht.

Was sich jedoch deutlich bei allen in der Debatte zeigte, war der  Widerwille - zumindest vor den Kameras -, mit den flämischen Nationalisten von der N-VA in ein Boot zu steigen. 

So kritisierte Magnette das "äußerst asoziale Programm der N-VA" und auch Michel glaubt nicht, dass Bart De Wever das soziale Netz retten wolle. "Er versucht sämtliche Strategien, um den Föderalstaat zu ersticken."

Ob die N-VA umgangen werden kann, wird sich am Sonntag zeigen. Bart De Wever ist jedenfalls der Meinung, dass es für seine Partei eine Niederlage wäre, wenn sie bei den Wahlen auf weniger als 28 Prozent käme. So  klang es jedenfalls im niederländischsprachigen Privatsender VTM am Freitagabend.